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Weiter nach Kudat und zum Tip of Borneo

Tip16

Kleiner Flieger mit großem Ausblick!

Die Reise ging weiter und wir schnappten uns in der Früh wieder ein Grab zum Flughafen. Einchecken ging halbwegs, hatten übersehen, dass es maximal 10kg Gepäck pro Person sind, also aufzahlen – knackige 1 Ringgit pro Kilo, so ungefähr 25 Cent. Und dann wurden wir nach unserem Gewicht gefragt… zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch keine Ahnung warum… Alles abgegeben, ab durch die Sicherheitskontrolle und Gate suchen – unser Gate ist nicht angeschrieben… gibt’s das überhaupt? Durchgefragt und schließlich zum Gate gefunden – steht ein ziemlich kleiner Flieger da – eh fein, mal was anderes. Hin zum Boarding – Nein, das ist der falsche Flieger, wir sollen noch ein wenig warten. Kaum noch Menschen übrig, was das wohl werden wird?

Und dann werden wir aufgerufen: Gemeinsam mit 4 anderen Personen besteigen wir unseren 19 Sitzer! Wir hoben ab – das Cockpit war nicht abgetrennt, weshalb wir sehen konnten dass beide Piloten den Propellerhebel gemeinsam mit aller Kraft nach oben hielten (Stefan, solltest du das lesen: Ja, wir wissen das ist nicht die richtige Bezeichnung, aber die kannst du ja eventuell in den Kommentaren ergänzen J) – und blieben auf ca. 1000m Höhe für den gesamten Flug die Küste entlang rauf nach Kudat – links das türkisblaue Meer mit endlosen einsamen Stränden, rechts die Berge mit Mount Kinabalu und Regenwald soweit das Auge reicht! Unglaublich beeindruckend und wir kamen nicht mehr aus dem Staunen raus. Beim Landeanflug kreuzten wir schließlich die Küste und flogen über das offene Meer – etwas wackeliger als in den großen Flugzeugen – und landeten schließlich auf der größentechnisch angepassten Landebahn.

Da wir vergessen hatten am Flughafen in KK noch Geld abzuheben, wollten wir dies am Flughafen Kudat nachholen – ein Blick auf den Flughafen (er hat ungefähr die Größe unserer Wohnung) das wird wohl nix…

Tip17

Nach einer Stunde wurden wir schließlich mit dem Pick Up abgeholt und in die nächste „Stadt“, Kudat, gebracht, wo wir erstmal die nächsten Stunden bis 14h00 wartend auf die Weiterfahrt zum Tip of Borneo verbrachten.

Kudat

Die wesentlichen Dinge – zwei Straßen und ein Gemüse- und Fischmarkt – waren bald gesehen und wir machten uns auf die Suche nach einem Bankomaten. Es gibt tatsächlich einen, bekamen wir die Auskunft von einer Dame, aber es sei ein sehr weiter Weg und sie könne ihn nicht genau beschreiben. Tja, hilft nichts, müssen wir wohl durch… Ganze 10min später hatten wir den „weiten“ Weg endlich gemeistert und den Bankomat mitsamt Bank gefunden. Die Zeit-, Längen- und Richtungsangaben sind hier wohl alle relativ!

Um ca. 14h00 gings dann zu zehnt plus eineinhalbmal soviele Gepäckstücke und dem Wocheneinkauf auf der Ladefläche des Pickup für 1 Stunde durch den Dschungel. Es gibt zwar komfortablere Wege zu Reisen, aber wenig abenteuerlichere! Ordentlich durchgerüttelt kamen wir dann im Dschungelcamp an – kleine Einführung, dass möglichst darauf geachtet werden sollte beim nächtlichen Klogang nicht auf Schlangen oder Tausendfüßler zu steigen, die seien ziemlich schmerzhaft, bisweilen auch tödlich… Zimmer bezogen, Holzsprossen im Abstand von 10cm trennten unser Nachtlager von der Natur, die Ritzen im Boden sind prinzipiell sicher hilfreich, um den Schmutz beim zusammenkehren gleich durchzulassen – das Haus ist ja auf Stelzen. ABER wir hatten Gott sei Dank ein Moskitonetz –mit Löchern und diversem toten Getier im Bett… Das versprach spannende Nächte! Mehr Spaß machten da wieder die Freiluftduschen mit Blick in den Sternenhimmel und Dschungel sowie die Komposttoiletten. Dies war also unsere bisher teuerste Unterkunft mit 10 Euro pro Nase pro Nacht – hatten wir uns irgendwie luxuriöser vorgestellt….

Naja, kurz unsere Sachen abgestellt, Badezeug ausgepackt und dann ging es im Pickup weiter zum 2km entfernten Strand – und der war ein Traum!!!

Sommer, Sonne, Wellenhüpfen am Tip of Borneo

Kaum andere Menschen und unglaublich lang, blauer Himmel, Palmen, Sand – wir fühlten uns wie im Paradies und hatten nach 6 Wochen endlich das erste Mal richtiges Strandfeeling!!

Nichts wie rein ins Wasser, Wellenhüpfen – für Schwimmen war die Strömung zu stark – und wohlfühlen. Wir gingen den Strand entlang bis zum Tip of Borneo wo das südchinesische Meer auf das Sulumeer trifft und legten uns dort auf die Klippen – so fühlt sich Abenteuer an!!! Später ging es wieder zurück ins Camp und die erste Nacht schlief sich besser als erwartet 😀

Wir sind gleich mit einigen anderen Menschen ins Gespräch gekommen und haben unter anderem die beiden Südafrikaner Alex und Anthony kennen gelernt. Diese machten am folgenden Tag dann zwei Bungalows direkt am Strand ausfindig, wo wir am übernächsten Tag hin übersiedeln und für fast eine Woche blieben. Jakob und ich begaben uns auf Expedition 6km die Küste runter über Felsen, Klippen und einsame Strände – es war einfach wunderschön! Wir fanden das Secret Place, ein Camp direkt an einem weiteren, endlosen, einsamen Strand und das Secret Island, dass offensichtlich weniger geheim ist. Ian, ein australischer Surfer, nahm uns schließlich mit zurück zu unserer Unterkunft und wir quatschten noch lange mit Alex und Ant.

Es war wunderschön am Strand aufzuwachen und einzuschlafen. Manchmal bekamen wir Ausläufer der philippinischen Taifune ab, meist war das Wetter jedoch schön und wir verbrachten die Tage mit Lesen, Wellenhüpfen und quatschen. Im Laufe der Zeit gesellten sich noch Ken, ein malayischer Kitesurflehrer, der überlegt an dieser Stelle eine Schule zu eröffnen, mit seinem Hund Lucky sowie Mosa und Manu, ein deutsch-mexikanisches Pärchen, zu unserer kleinen Gruppe. Die Abende verbrachten wir mit quatschen über Erlebtes, Noch-zu-erlebendes, fremde Länder und die Heimat. Alex hatte ihren Bungalow mit Lichterketten (Fairylights) verziert, wir hatten Kerzenhalter und Kerzen besorgt. Es war alles sehr entspannt und auch Jakob und ich kamen endlich zur Ruhe. Irgendwann beschlossen wir jedoch, dass es wieder weitergehen muss und buchten trotz mäßiger Internetverbindung – ca. 1 Quadratmeter zwischen den Surfboards hat eine soweit stabile Verbindung, dass dies überhaupt möglich war – die Weiterflüge und Bustickets auf die Perhentian Islands. Soweit so gut… bis zum Vortag der Abreise…

Der Flug von Kudat nach KK wurde um zwei Tage verschoben, was ja nicht weiter tragisch wäre, wir hätten ja auch noch zwei Tage bleiben können, aber der Flug von KK nach KL und die Bustickets konnten nicht verschoben werden – eine Information die wir schließlich nach mehrstündigen Versuchen jemanden zu erreichen erhielten (man bedenke dabei wiederum, dass das Telefon nur an bestimmten Punkten funktionierte, welche allerdings nicht mit den Punkten der Internetverbindung – zum Nummern raussuchen etc. – korrelierten). Nützt ja alles nichts, wir disponierten um und planten mit einem „Minibus“ nach KK fahren. Unseren letzten Abend verbrachten wir gemeinsam mit Alex, Ant, Ken, Mosa und Manu bei fantastischem Fisch und Meeresfrüchten in einem Restaurant und ließen ihn dann mit ein paar Bierchen ausklingen – es war schade, diese Menschen und diesen Ort wieder zu verlassen.

2 replies on “Weiter nach Kudat und zum Tip of Borneo”

Hallo ihr Beiden!

Auch ich kann nur staunen was ihr bis jetzt alles erlebt habt und durch die großartigen Berichte und die wirklich, wirklich tollen Fotos, glaubt man auch als “Zurückgebliebener” mit euch unterwegs zusein.

Ich bin zwar nicht Stefan aber ich muss meinen “Senf” zu eurem Flug mit MASwings abgeben. Die Propellerhebel (Condition Lever) gibt es schon. Die Hebel die ihr aber meint die, die beiden Piloten nach oben hielten sind aber die Schubhebel (Power Lever).
Nur als Info das Flugzeug ist eine De Havilland Canada DHC-6-400 Twin Otter und ist das Vor- Vorgängermodell von dem Flugzeugtyp auf dem ich arbeite.

So das war jetzt mein Kommentar oder Senf was auch immer. Freue mich schon auf eure nächsten Berichte und Fotos.

Euch noch alles Gute und noch viele unvergessliche Momente.

Christoph

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Moin christoph!

Sehr geil, danke für die infos!!! 😂
Als Sozialarbeiter habe ich versucht so lange mit den hebeln zu reden, dass sie mir sagen, was so ihre Bestimmung ist, aber irgendwie waren sie nicht so zugänglich…
Freut mich, wenn dir die sachen gefallen. Der trip ist bisher wirklich geil!
So, jetzt gehts wieder zum tauchen. Mabul kann ich wirklich empfehlen!
Liebe Grüße in die Heimat!

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