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Langkawi

09. – 18.06.2018

Anreise von Penang

Eine Fährenfahrt von einer Insel zur anderen mit einer Dauer von ca. 4 Stunden kann ja so schön sein… oder auch die Hölle!! Hätten wir 50% der Mitreisenden nach der Ankunft in Langkawi befragt, wäre es wahrscheinlich Zweiteres gewesen. Neptun wollte mal zeigen was er kann – die Wellen waren hoch, das Boot überschaubar… ABER Jakobs und mein Magen sind sehr besitzergreifend, was mal drin ist, wird nicht mehr hergegeben – trotz der zeitweiligen Blümeranz. Endlich wieder festen Boden unter den Füßen hat uns ein sehr lieber Taxifahrer die wichtigen malaysischen Vokabel beigebracht – zum Beispiel „gila“ was soviel heißt wie verrückt und auf die Mopedfahrer die einfach mal quer über die Verkehrsinseln auf der Autobahn drüberfahren recht gut zutrifft – auch aus Sicht unseres Taxlers wie er uns verdeutlicht hat.

Bei unserem Hostelsuchstartpunkt angekommen hatten wir diesmal Riesenglück und gleich das erste Hostel (TStar Cottage) ist es geworden. Kleine Holzhüttchen mit viel grünem Urwald, Fröschen, Libellen und Affenbesuchen, es ist genauso entzückend wie es sich anhört. Und das Beste daran: der Strand ist nur 3 Minuten entfernt und richtig schön mit einer gefühlten Wassertemperatur von 30 Grad. Wir also gleich unsere Rucksäcke im Zimmer geparkt und ab zum Meer. Dort dann von „unserem“ Strand (Tengah) bis zum Hauptstrand (Cenang) spaziert und gemütlich einen Sundowner trinken.

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Langkawi – Cenang Beach

Diesen Tag haben wir genauso fein begonnen, wie wir den anderen beendet haben: ein Sprung ins Meer und ein Strandspaziergang und wenn zu heiß dann wieder ins Meer – ja ich muss sagen, dass gefällt mir Seekind ziemlich gut! Anschließend haben wir uns unsere Technikausstattung geholt und an die Ausarbeitung des Blogs gemacht… es arbeitet sich an einer Strandbar definitiv leichter als zuhause. Dort haben wir auch JJ, einen Schweizer der bereits seit 20 Jahren auf Langkawi wohnt, kennen gelernt. Er hatte einige interessante Geschichten zu erzählen und hat uns schließlich noch ein Restaurant empfohlen, indem es dann für Jakob den ersten Snapper seines Lebens (JA! Jakob hat Fisch gegessen!) und für mich Tigergarnelen gegeben hat. Und es war soooo gut!!! Danach waren wir allerdings wirklich vollgegessen und unser Bett hat schon nach uns gerufen…

So, nun war der Tag gekommen: Wir haben uns ein Moped ausgeborgt – sehr zu Jakobs Freude, meiner weniger… Nach einer etwas umständlichen Tankstellensuche (Linksverkehr und keine brauchbare Straßenkarte) ging es dann vollgetankt zum nordwestlichen Teil der Insel. Nach einem kurzen Aufstieg zu Fuß (dennoch ausreichend um sicherlich einen Liter Schweiß zu verlieren) hat uns ein riesiger Wasserfall erst mal die Sprache verschlagen und wir waren mit Staunen beschäftigt. Als wir uns wieder einigermaßen gefangen hatten und die Münder wieder geschlossen haben, damit nicht so viele Mosquitos reinfliegen, hat Jakob sich dem fotografieren gewidmet und ich ein wenig die Gegend ausgekundschaftet.

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Langkawi – Seven Wells Waterfall

Anschließend gings weiter hoch zu den Seven Wells, natürliche, vom Wasser geformte Pools und Rutschen. Es sind jedoch nicht nur die Zielpunkte und Attraktionen an sich, die uns immer wieder entzücken, sondern auch oft die Wege dorthin: Wir haben Affen gesehen, eine riesige Stabheuschrecke, eine Flugechse, riesige Lianen, Libellen in allen Farben… Unsere Rast bei den Seven Wells war jedoch etwas kürzer als gedacht, weil sich ein Gewitter angekündigt hat und wir zu diesem Zeitpunkt schon die Erfahrung gemacht hatten, dass es dann auch schnell da ist.

Gerade als wir wieder unten beim Moped angekommen waren, fing es auch schon an zu schütten. Also einen kleinen Unterstand gesucht, Regenjacken ausgepackt und eine halbe Stunde Karten gespielt – ja, an dem Tag waren wir wirklich passend ausgestattet! Als das Gewitter vorbei war und die Straßen bereits wieder dampften ging es weiter zum nächsten Strand, den wir leider nie gesehen haben – alles Luxusresorts und kein Strandzugang für neugierige Backpacker. Also umgedreht und auf zum nächsten Wasserfall. Auf dem Weg dorthin hatten wir, als doch sehr regelgewohnte Menschen, wieder mal ein Aha-Erlebnis. Wir fuhren an zwei Securities vorbei die ebenfalls ein Resort bewachen, als diese zu winken begannen. Gleich mal kurzer Check, ob wir auf der falschen Straßenseite fahren – Nein, alles ok – und dann die Erkenntnis: Sie haben uns einfach nur begrüßt! Ja, die Menschen sind hier sehr, sehr freundlich, auch wenn sie einen nicht kennen und da ist uns erst aufgefallen, wie ungewohnt es für uns Europäer doch ist, wenn du immer wieder angelächelt oder angesprochen wirst… und es macht einen selbst auch fröhlicher! Auf jeden Fall kamen wir wohlbehalten beim nächsten Wasserfall an und auch dieser war wieder zum Staunen.

Weniger schön war allerdings der Strand an dem wir unser Moped abgestellt hatten und zwar nicht deshalb, weil es ein Steinstrand war, sondern weil unglaublich viel angeschwemmter und weggeworfener Müll herum lag… so etwas mit eigenen Augen zu sehen bringt einen schon zum Nachdenken! Auf der Rückfahrt sind wir durch Zufall auf einen Streetfoodmarket getroffen und haben uns dort mit den köstlichsten Sachen eingedeckt, um sie dann auf unserer kleinen Veranda zu verspeisen und den Abend gemütlich ausklingen zu lassen.

Auch an diesem Tag stand wieder eine Inselexpedition mit dem Moped auf dem Programm und sogar ich fühle mich auf so einem Ding mittlerweile einigermaßen wohl. Wir starteten dieses Mal auf der Nordostseite der Insel und sahen uns den Schwarzen Strand an. Leider war zu diesem Zeitpunkt noch nicht viel vom Strand zu sehen, wir hatten die Gezeiten nicht mitbedacht und es war gerade Flut. Was mir insgesamt an Langkawi und auch an diesem Strand gefallen hat, sind die vielen Geschichten, die sich um die Naturschauspiele ranken. Der schwarze Strand sei deshalb schwarz, weil sich eine Meerjungfrau und ein Mensch ineinander verliebt haben. Dies führte jedoch zu einem Streit zwischen den Meeres- und den Inselbewohnern. Die Meeresbewohner waren den Inselbewohnern zahlenmäßig weit überlegen und deshalb griffen die Inselbewohner zu einer List: Sie zündeten den Strand an bevor die Meeresbewohner sie angreifen konnten und diese sahen aus der Ferne, dass es brannte und dachten es seien die Fackeln von tausenden Soldaten. So machten die Meeresbewohner kehrt und seither ist der Strand schwarz. Wir fuhren also weiter zu einem anderen Strand (mitten durch Mangrovenwälder) und gingen dort erstmal ins Meer.

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Langkawi – Tengah Beach

Nach einem kurzen Päuschen ging es weiter zum nächsten Wasserfall (ich hoffe wir langweilen euch noch nicht!) und jeder ist anders und hat seine ganz eigene Faszination. Das schöne daran ist auch die Geräuschkulisse des Regenwaldes, die sich ständig verändert, je nachdem wie laut oder leise wir selbst gerade sind. Dies war vorerst einmal der letzte Wasserfall und wir fuhren weiter zum Geoforest Nationalpark. Dort kommt man leider nur mit Bootstouren voran und wir hatten keine Lust auf einen geführten Gruppenausflug, weshalb wir nur den kleinen Spaziergang bis zu den Anlegestellen machten. Dabei haben uns besonders die Lungenfische und die vielen Krebse fasziniert und diesmal war ich diejenige, die das Fotografieren für sich entdeckte.

Dann ging es weiter zu meinem persönlichen Highlight bisher! Wir machten einen Stopp beim Glückstempel und wurden schon von Weitem von einem freundlichen Hunderudel begrüßt. Bei einem der beiden Tempel angekommen, waren nur ein Mönch, eine Frau und ein weiterer Mann da. Wir trauten uns erst nicht richtig reinzugehen, da wir nicht passend gekleidet waren, aber sie winkten uns schon zu wir sollten eintreten. Der Mann sprang aus seiner Hängematte und erklärte uns, dass dieser Tempel einem buddhistischen Mönch zu Ehren gebaut worden sei, der 15 Jahre in der dahinter liegenden Höhle gewohnt hat und dann vor fünf Jahren bei einem Verkehrsunfall in Bangkok gestorben sei. Als wir ihm zuhörten freute er sich und besorgte gleich eine Taschenlampe und den Schlüssel für die dahinter liegende Höhle und führte uns hinein. Es war eine riesige Höhle und darin wohnten zwei Hund die dort nicht rauskommen seit der Mönch gestorben ist. Die Höhle glitzerte von den ganzen Mineralien und laut unserem Führer gäbe es auch viele Schlangen in der Höhle, er habe vor kurzem eine 16 Fuß lange Königskobra gefangen und draußen wieder ausgelassen, damit er sie nicht umbringen muss. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob die Schlange wirklich so lange war, gingen aber trotzdem gerne wieder raus. Auch der Tempel von der Außenansicht war wirklich schön, richtig an eine Wand gebaut, von oben hingen einige, riesige Stalaktiten herunter – ein richtiger Dschungeltempel. Wir bedankten uns für die Führung und gingen noch zum anderen, dem eigentlichen Glückstempel und auch hier war ein Eingang zu Höhlen zu finden. Unter Berücksichtigung der Schlangeninfo blieben wir aber doch lieber draußen. Anschließend ging es an der Stadt Kuah vorbei wieder zurück zur Cenang Beach, wo wir verzweifelt versuchten den Streetfoodmarket vom Vortag wieder zu finden. Kurz gesagt: wir haben ihn nicht mehr gefunden, was nun entweder daran lieben mag, dass diese Märkte täglich woanders sind oder wir einfach keinen Orientierungssinn haben… man weiß es nicht! Da mein Hintern sich über die nun schon zweitägige Tortour des Mopedsitzes bereits kräftig beschwerte, beendeten wir den Ausflug und suchten uns ein gemütliches Restaurant.

Unser Ziel des Tages war die Weiterfahrt zu organisieren, da wir die ansässigen Schulferien und das morgige Ende des Ramadans übersehen hatten, an dem die Preise kräftig in die Höhe schießen und die Zimmerverfügbarkeit rapide sinkt. Es kamen verschiedene Optionen in Frage: nach Thailand ausreisen, nach Indonesien weiter und später wieder nach Malaysien, weiter zu den Perhentian Islands – die Option bestand nur bis wir den ersten Blick auf die Verfügbarkeit von Unterkünften geworfen hatten – oder einfach bleiben wo wir sind. Nachdem alle anderen Möglichkeiten entweder das Budget massiv belastet oder nur schwer umsetzbar gewesen wären, entschieden wir uns schließlich dafür noch länger auf Langkawi zu bleiben und unseren Blog fertig zu basteln – nur für euch natürlich! Nach getaner Arbeit haben wir beschlossen noch am Strand etwas trinken zu gehen und saßen gemütlich an einer Bar, als plötzlich eine Gruppe Polen und Niederländer Kreise in den Sand malten und Lichter aufstellten. Es sah lustig aus und wir waren auch gleich mittendrin, lernten eine Finnin, zwei Iraner, fünf Niederländer, zwei Deutsche und drei Mosambiker kennen. Wir haben getanzt, gelacht und zuviel getrunken – einfach gefeiert!

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Langkawi – Tengah Beach – österreichischer Fotolangur?
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Langkawi – Tengah Beach

Aufgrund der verordneten Zwangspause hatten wir die nächsten Tage genügend Zeit den Blog den ihr gerade lest zu erstellen und uns ein wenig die Sonne auf den Bauch scheinen zu lassen. Dabei konnten wir oft die uns täglich besuchenden Affen und die über uns hinweg fliegenden Adler, Nashornvögel und Blue Kingfisher beobachten, wobei sich Vögel nicht gerne fotografieren lassen…

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