
Nach langer Anreise erreichten wir erschöpft unsere neue Homebase – das Haus von Alex und Ant in Cape Town, Südafrika, die wir vor einem dreiviertel Jahr in Malaysien kennen und lieben gelernt haben. Wir wurden unglaublich herzlich begrüßt und obwohl wir uns nur kurz kennen, war es wie ein Wiedersehen mit lieben Freunden!! Wir fühlten uns vom ersten Augenblick an wohl und auch der Haushund Doug war mit den neuen Bewohnern auf Zeit zufrieden. Nach dem ersten Ausschlafen ging es auf einen Ausflug zur belebten Waterfront, mit all den Märkten und bezauberndem Handwerk und Südafrika hatte es uns sofort in seinen Bann gezogen.








Gemeinsam mit Alex und Ant ging es in den nächsten Tagen zur Stadtrundfahrt mit den Sightseeingbussen (mit kühler Brise – Brrrr), Marktbesuch in der ehemaligen Keksmühle mit leckerstem Essen, Weinverkostung und Küstenspaziergang bei stürmischem Wind. Auch bei Alex und Ant zuhause wurde uns nie langweilig, sowohl mithilfe der künstlerischen Talente als auch der handwerklichen und kulinarischen konnten wir den Beiden zumindest ein wenig im Austausch für ihre Gastfreundschaft zurück geben und Neues dazu lernen.





Die Zeit verging wie im Flug und schon bald saßen wir zu zweit im kleinen gelben Bumblebee auf dem Weg zu unserer ersten Safari – allerdings hatte unser fahrbarer Untersatz andere Pläne… Nach nur einer guten Stunde beschloss es, dass es nun genug sei mit der Fahrerei und wir hatten eine Panne mit wunderschöner Aussicht!

Alle paar Minuten blieb jemand stehen und fragte, ob geholfen werden kann – leider war nichts mehr zu machen und so wurden wir schließlich an die Küste nach Hermanus geschleppt. Ein Mechaniker war nicht leicht zu finden, da Bumblebee schon einige Jahre auf den Rädern hat. Es klappte irgendwann dann doch, jedoch nur um zu erfrahren, dass an eine Weiterfahrt in den nächsten Tagen nicht zu denken ist. Tja, was tun? Erstmal brachte uns der Mechaniker zu einer süßen Backpackerunterkunft, wo wir unsere Sachen abstellen konnten und wir erforschten das kleine Städtchen mit seinen wunderschönen Klippen – es gibt Schlimmeres! Am nächsten Tag dann besorgten wir uns ein Leihauto – Internetbuchung bedeutet halber Preis, auch wenn diese erst im Autoverleih erfolgt und gab uns noch ein bisschen Wartezeit für ein spätes Frühstück.




Am frühen Nachmittag ging es dann mit funkelnagelneuem Auto weiter nach Knysna, unserem ersten Stopp auf der Gardenroute. Die Straße führte relativ lange durch hügeliges Farmland, bevor sie sich dann die schroffen Klippen der Küste entlang zu winden begann. Wir machten einige Stopps um die spektakuläre Aussicht zu genießen bevor wir schließlich in einer sehr süßen und versteckten Unterkunft ankamen. Vor der Weiterreise am nächsten Tag wurden noch Infos ausgetauscht, da unsere nächtlichen Gastgeber gerade eine Italienreise planen und wir erfuhren ganz nebenbei einiges über die Schatten- und Sonnenseiten des Lebens in Knysna. Die Waterfront hatte mit seinen Geschäften wenig Charme zu bieten, umso mehr jedoch die Aussicht von den Knysna Heads und von Leysure Isle.


Anschließend machten wir uns an die nächste Etappe nach Plettenberg Bay, wo wir am kilometerlangen weißen Sandstrand zu Mittag aßen und die Wassertemperatur testeten – eisig! … aber schön anzuschauen!! Die Nacht verbrachten wir im Eastern Cape, genauer gesagt in Saint Francis Bay, mit seinen süßen traditionellen weiß verputzten Häusern und mit Stroh gedeckten Dächern.


Bevor wir uns von dort aus zum Nationalpark aufmachten, besuchten wir noch den Leuchtturm und hielten Ausschau nach Robben, hatten aber leider kein Glück. So brachen wir früh auf zum Addo Elephant National Park von wo aus am nächsten Tag das Abenteuer Safari startete.

Am Abend zuvor machten wir das erste Mal Bekanntschaft mit den dem Konkurs des einzigen nationalen Elektrizitätsunternehmens geschuldeten Stromausfällen. Wir saßen in der Unterkunft am Lagerfeuer und aßen Braai-Pizza, also gegrillte (sehr leckere!!) Pizza. Der Strom verabschiedete sich ca. drei Mal täglich für 2 bis 2,5 Stunden zu unterschiedlichen Zeiten, wodurch selbstverständliche Tätigkeiten, wie Einkaufen, warm Duschen oder auch Bezahlen schwierig werden. Da habe ich wiedermal bemerkt, wie abhängig wir doch vom Strom sind und wie selbstverständlich zu Hause immer alles funktioniert. Auf die Safari hatte der Strom jedoch zum Glück keinen Einfluss und nach leckerem Frühstück brachen wir gemeinsam mit einem englischen Pärchen auf.
Schon am Eingang vom Nationalpark trafen wir auf die ersten Elephanten, denen noch viele weitere, auch aus nächster Nähe, folgten. Dazu kamen Warzenschweine, Kudus, Büffel, Antilopen, Bussarde und faule Löwen – ich glaube Jakob machte über 1000 Fotos! Es war beeindrucken, erstaunlich und wunderschöne – schaut euch einfach die Fotos an!!
Wir ließen den Tag mit einem glutroten Sonnenuntergang ausklingen bevor wir uns am nächsten Morgen schon wieder nach Jeffreys Bay und Plettenberg Bay aufmachten – wo es erstmal ein neues Objektiv für die Kamera abgab… Die Unterkunft für die nächsten beiden Nächte war ein Künstleratelier mitten im Wald dass mit viel Liebe gestaltet wurde. Bewohnt nur von uns und einem deutschen Pärchen, sowie den beiden Hunden, einer flauschigen Katze und vielen Pfauen – ein wenig einsam und unglaublich ruhig.
Nach immer unglaublich begeistert von unserer ersten Safarierfahrung, ging es für mich auf eine Reitsafari in das Plettenberg Game Reserve, während Jakob diese im Jeep absolvierte. Auf den Pferden befanden wir uns in unmittelbarer Nähe der Zebras, Gnus, Nashörner, Elefanten, Giraffen und manchmal auch mitten unter Ihnen, wobei die Raubtiere aus nachvollziebaren Gründen vermieden wurden… Jakob hingegen machte vom Jeep aus auch Bekanntschaft mit den Löwen, Wildhunden und Geparden! Im Gegensatz zum Addo Nationalpark, war dieser Park für afrikanisch Verhältnisse nicht ganz so weitläufig, für europäische Verhältnisse jedoch immer noch riesig – nur schlappe 2.000ha!
Wir besuchten auch Monkeyland, wo misshandelte und als Haustiere gehaltene Affen in einem natürlichen Wald gemeinsam mit einigen Schildkröten mit gleichem Schicksal wohnen. Die Tiere hatten nur wenig Scheu und wir konnten manche ganz aus der Nähe bewundern, während sie sich den Bauch vollschlugen, ihre territorialen Grenzen verdeutlichten (Brüllaffen), miteinander spielten oder ein gemütliches Nickerchen hielten.
Der letzte Höhepunkt des Tages war der Garten of Eden, ein Vogelpark mit einigen der exotischsten Vogelarten in schillernden Farben, wobei mich die riesigen gelbblauen elegant dahingleitenden Aras wahrscheinlich am meisten fasziniert haben, gleich gefolgt von den Goldfasanen und den roten Ibissen!


















Glücklich ging es am nächsten Tag weg von der Küste ins Landesinnere nach Outshoorn und auch ein Besuch der für dort typischen Straußenfarmen durfte natürlich nicht fehlen – riesige, beeindruckende Vögel und dennoch ein krasser Gegensatz zu den hauptsächlich freilebenden und in natürlicher Umgebung lebenden Tieren der Tage zuvor.
In dieser Nacht hatten wir himmlische Betten in einem wunderschön restaurierten Farmhaus und brachen am nächsten Morgen erfrischt zur Abenteuertour in die Kango Caves auf. Anfangs etwas skeptisch, ob es sich doch eher wieder um einen gemütlichen Höhlenspaziergang in einer riesigen und wunderschönen Höhle handelt, wurden wir bald vom Gegenteil überzeugt: Die Durchgänge und Spalten wurden immer niedriger und schmäler, bis wir mit viel Verrenkungen und Klettern schließlich auf halbe Gruppengröße geschrumpft waren – was für ein Spaß!! Die restlichen Gruppenmitglieder, welche aufgrund von Größe, Umfang oder neu entdeckten Ängsten, weiter hinten warteten, wurden auch alle auf dem Rückweg wieder eingesammelt! Von den Höhlen aus starteten wir erneut nach Outshoorn, um unser wenig erfolgreiches Aufladen des Handys mit Internetguthaben vom Vortag erneut zu versuchen – wieder erfolglos – aber gefinkelt: Jakob wurde erklärt es geht nicht, mir wenig später im selben Shop, dass es in ca. 1 Stunde funktionieren sollte. Wir brachen also auf, ohne Internet und manövrierten im halben Blindflug zurück nach Hermanus um dort am nächsten Tag Bumblebee wieder abzuholen. Daraus wurde leider nichts – falsche Ersatzteile oder wie Alex sagt: „This is Africa!“
Am Rückweg nach Cape Town fanden wir zum Abschluss unseres kleinen Roadtrips durch Zufall noch eine Pinguinkollonie, welche uns überaus begeisterte.

















Und so brachte uns unser Mietauto vollbepackt mit neuen Erlebnissen und tollen Fotos zurück nach Capetown, wo wir herzlich begrüßt wurden bzw. schlabberig, soweit es Doug betraf!
Jakob machte sich sogleich an die Bearbeitung der Fotos während ich gemeinsam mit Alex die nahegelegenen Märkte und Strände unsicher machte. Als dann auch noch Alex und Ant´s Nichte Amy für ein paar Tage zu Besuch kam und Jakob die Fotos fertig hatte, machten wir gemeinsam die Stadt unsicher, ließen uns glitzernde Cafe Latte schmecken und sogar ein paar Metall-CDs konnten aufgetrieben werden.