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Down Under – Outback und Eastcoast

34 Outback 16Und irgendwann war auch die Zeit in Hannes hübschen kleinen Häuschen, mit feinen Spieleabenden und gemütlichen Tagen zu Ende. Wir machten noch ein paar Besorgungen für die nächsten Tage und dann ging es weiter Richtung Norden. Die erste Nacht verbrachten wir auf einem Campingplatz mitten im Nirgendwo kurz unter Port Agosta und hatten nach einem sehr windigen Abend den schönsten, leuchtendsten Sternenhimmel unserer bisherigen Reise!!

Ganz plastisch und nah erschienen die Sterne und würde ich mich mit Sternenbildern auskennen, ich glaube es wären unzählige zu erkennen gewesen. Weiter ging es dann mit mehreren Zwischenstopps bei riesigen Salzseen nach Coober Pedy, einer Minenstadt mitten in der Wüste. Dort besuchten wir durch Zufall ein Känguru Waisenhaus und konnten ein kleines, noch eher wackeliges Baby beim rumhüpfen beobachten. Außerdem sahen wir uns eine ehemalige Opalmine an, den einzigen Golfplatz ohne Gras (!), mehrere Untergrundkirchen und ein Untergroundhome. George, unser Führer, erklärte uns dass es durchaus praktisch ist darin zu wohnen, die Temperatur ist konstant, Reparaturen fallen nur wenig an und günstig gebaut ist es auch noch… lediglich Frauen bevorzugen in ihrem Zuhause doch eher Fenster – dem kann ich nur zustimmen! Anders als gedacht sind die Höhlenhäuser jedoch nicht nach unten gegraben, sondern der Eingang befindet sich ebenerdig und es wird dann in Hügel hineingegraben und das nicht zu wenig – die Häuser sind wirklich riesig und die Räume ausgesprochen hoch – mitten in der Wüste also keine schlechte Option!

Die Minenarbeiter selbst sind alle selbstständig tätig, bauen sich ihre eigenen Maschinen und hoffen mit etwas Glück auf den großen Fund – Jakob hat schon überlegt den Beruf zu wechseln… Die ganze Stadt wirkt wie nicht von dieser Welt, überall Löcher, Aushub und undefinierbare Maschinen – kein Wunder das sie als Drehplatz für unzählige Filme diente von denen ebenfalls noch das eine oder andere Raumschiff herumsteht.

Dann ging es weiter über die stundenlang schnurgerade Straße in einer vollkommen flachen Landschaft mit ab und zu einem anderen Auto (im Outback grüßt man die anderen Autos!) und kleinen Tornados – die haben immer Vorrang! Rundherum hatte sich die Vegetation von Bäumen zu Büschen und schließlich nur noch bodennahen Gewächsen verändert und die Erde war rot – richtig knallig orange-rot!

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Bis wir schließlich den Uluru sehen konnten – wobei halt, es war noch gar nicht der Uluru, es war der Fake Uluru, Mount Ebenezer, der schon ziemlich beeindruckend aus der sonst flachen Landschaft herausstach und uns eine weitere kurze Pause einbrachte.

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Irgendwann erreichten wir dann aber auch den wirklichen Uluru und bestaunten die Felsformationen, Höhlen und Malereien. Doch am beeindruckendsten war das Farbenspiel am Abend, wenn er von gelborange, zu orange, zu knallrot, zu dunkelrot wechselte und dann langsam mit dem Hintergrund verschwamm!! Ganz anders dagegen die morgendlichen Farben, wobei man dazu sagen muss, dass wir um diese Uhrzeit die Augen noch nicht allzuweit offen hatten trotz der Tagwache um 4h45.

Ebenso schön wie der Uluru war Kata Tjuta (die Olgas) und wir machten eine Wanderung durch die Valley of Winds, ließen uns so richtig auffrischen und genossen es durch die roten Schluchten zu gehen. Danach machten wir uns vorbei an Hunderten von Kilometern langen Wänden auf den Weg zum Kings Canyon (Watarrka National Park). Des Nachts besuchte uns ein Dingo auf dem Campingplatz, war aber offensichtlich an den Anblick von Menschen gewöhnt und suchte nach Futter, welches möglicherweise für ihn abfallen könnte. Früh am nächsten Tag ging es steil rauf auf die die Schlucht begrenzenden Hochplateaus (oben kamen wir dann drauf, dass die Kamera unten im Auto lag) und wanderten wiederum durch eine rote und doch ganz anders geformte, wunderschöne Landschaft. Um nicht nur uns etwas herauszufordern, sondern auch unser liebes Auto, ging es anschließend über die Meerinie Loop Road, eine Schotterpiste Richtung Alice Springs. Die Fahrt war holprig, aber wir sahen immer wieder wilde Kamele und Pferde, einmal sogar ein Gürteltier, welches sich gemütlich auf der Straße sonnte.

Von Alice Springs aus ging es in mehreren langen Fahrtagen über Mount Isa und Mount Surprise (so viele Schmetterlinge auf einmal habe ich überhaupt noch nie gesehen!) weiter nach Port Douglas an die tropische Küste.

Die Landschaft veränderte sich wieder, wir fuhren mal durch gelbes Grasland soweit das Auge reicht, dann wieder durch Gebüsch auf roter Erde, bis schließlich alles einem satten Grün wich und wir die tropischen Regenwälder erreichten die sich bis zum Meer erstrecken. Auch die Straßen wechselten von Mehrspurig, schnurgerade und 100kmh immer wieder auf Einspurig mit 80kmh, Kurven und Gegenverkehr, was gewisse Überraschungseffekte barg… Auf der Fahrt gab es einige Kängurus zu sehen, aber hauptsächlich Vögel in allen Farben und Formen. Am Meisten haben mich dabei die schwarzen Kakadus, die Ibise in schwarz und weiß, sowie die riesigen Kraniche mit roten Köpfen, die Papageien in allen Varianten (von rot-grün-gelb-blau, über grün-blau-lila-gelb zu weiß-grau-pink) und die Adler beeindruckt, die sich über den Roadkill hermachten.

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Wieder in der Zivilisation angekommen, ging es erstmal zum Lebensmittel einkaufen (Mjam, wieder lecker Essen!) und anschließend zum wunderschönen Strand. Das Schwimmen ließen wir aufgrund der Quallenhochsaison gepaart mit meiner magischen Anziehungskraft auf die Viecherlen doch eher ausfallen… Von Port Douglas aus machten wir einen Tagesausflug mit Flussfähre in den Daintree Nationalpark, wo wir uns die verschiedensten Aussichtspunkte und Dschungelwanderungen anschauten. Immer auf der Suche nach Cassowaries und Baumkängurus, die sich jedoch gut versteckten, fanden wir stattdessen die kleineren und größeren unheimlichen Regenwaldbewohner – liebe Eltern, Krokodile waren nicht dabei, wir sind also noch heil!

Mitten im Nationalpark gab es außerdem eine Eiscremeverkostung und wir schafften es bei superleckerem Eis auf 6 Kugeln pro Person (Kokos, Passion Fruit, Sour Sop, Wattle Seed, Black Sapota, Mango). Zum sportlichen Ausgleich bewanderten wir eislöffelnd noch die Farm mit Obstbäumen aus allen Teilen der Welt! Da wir an diesem Tag bereits ausreichend durchnässt wurden (REGEN-Wald!), beschlossen wir es am nächsten Tag gleich richtig zu machen, bestiegen das riesige Katamaran Calypso und fuhren mit Fullspeed und durchaus hohem Wellengang (die Speibsackerl waren stark nachgefragt) zum äußeren Great Barrier Reef um wieder mal abzutauchen – Jakob hatte bereits Entzug!

Unter Wasser war es schön, aufgrund des Wellengangs etwas trüb, aber immerhin sahen wir Tintenfische, Rochen, Kugelfische, Mantis Shrimp, Pipefish und eine Maori Wrasse! Von der Größe des Great Barrier Reef war allerdings nicht viel zu merken – eh klar unter Wasser – die Tauchplätze bestanden aus Riffen, Wände oder Strömungen gab es keine. Glücklich ging es des Abends noch ein wenig in ein Pub in dem ich den besten Cider überhaupt bekam – Birne-Erdbeer-Lime – muss noch schauen wie ich den in Österreich auftreib!

Mit einem gemütlichen Spaziergang an der Esplanade in Cairns – mit öffentlichem Swimmingpool mitten drin – ging es dann weiter nach Mission Beach, wo Jakob ohne mich seinen ersten (und bisher einzigen) Cassowary traf – mit drei Küken dabei. Auch die gemeinsame Spurensuche bei Dämmerung brachte keine Cassowaries mehr, allerdings Unmengen an Kängurus die überall durch die Gegend hüpften und grasten – verdammt schnell sind die übrigens!

Durch Townsville brausten wir dann weiter nach Airlie Beach, gönnten uns einen gemütlichen Entspannungstag und besuchten den Whithaven Beach in einem Rafting Boot. Hui das war eine rasante Fahrt mit passender Musik (Thunderstruck). Wir wanderten auf den Hügel und genossen den Ausblick über die weißen Sandstrände bevor wir weitercruisten und nach leckerem Mittagessen mit vielen bunten Fischen schnorchelten.

Von Airlie Beach ging es weiter an die Sunshine Coast, die unzweifelhaft sehr schön ist, allerdings auch sehr überlaufen und sehr, sehr teuer… Wir verbrachten nur eine Nacht hier und machten uns nach einem kurzen Abstecher nach Brisbane auf den Weg retour nach Melbourne um unser Auto zu verkaufen. Wir verbrachten noch einige Nächte auf bezaubernden Campingplätzen am Wasser und heiße Tage auf den Straßen – eine neue Dimension von heiß wurde geboren… In Melbourne wurden wir herzlich willkommen geheißen und verbrachten lustige, entspannende Tage am Campingplatz mit neu gewonnenen Freunden! Dies ging von gemeinsamen Zusammensitzen und Quatschen, über Kochen, Kartenspielen, Ausflüge zu Märkten und ein BBQ mit Swimmingpool im Haus des Campingplatzbesitzers. Schließlich war jedoch auch das Auto verkauft und es wurde für uns Zeit weiter zu ziehen – schweren Herzens verabschiedeten wir uns von allen und machten uns auf den Weg auf die Philippinen. Danke Australien mit deiner wunderschönen Landschaft und den tollen Menschen für all die neuen Erfahrungen die wir machen durften und wir hoffen auf ein Wiedersehen!!

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