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Tempel und Tauchen – Kambodscha und Koh Tao

29 Kambodscha 14

Siem Reap 24.10.-29.10.

Erster Pluspunkt am Flughafen: wir wurden mit zwei (!!) Tuktuks und Namensschild abgeholt und lieferten uns im einsetzenden Platzregen ein Rennen zur Unterkunft – zumindest fühlte sich der Fahrstil so an auch wenn wir Nadja und Didi schnell aus dem Blickfeld verloren. Direkt in der Unterkunft (Chilled Backpacker Guesthouse) befand sich ein Pool, ein Restaurant und eine Bar – womit wir uns weitere Ausflüge für diesen Abend sparten und köstliches Khmer-Essen genossen – wer hat gesagt in Kambodscha ist das Essen nicht gut??? Da wir die Ankor Wat Tour erst für den übernächsten Tag (und die beiden darauf folgenden) geplant hatten, ging es am nächsten Tag erstmal in die Innenstadt und – wie könnte es anders sein – auf den Markt! Nachdem Nadja und ich die Geduld der Männer ausreichend strapaziert hatten und Didi in der Zwischenzeit von einem kleinen Mädchen in den Bauch geboxt wurde, ging es weiter zu superleckerem Essen, in der Fußgängerzone schlendern, frischgemachte Eisröllchen probieren und in der Pubstreet versumpfen, während sich Nadja die nächste Massage gönnte.

Und am nächsten Tag ging es dann um 8h00 gemeinsam mit unserem Guide Baley los nach Angkor Wat: Er erklärte uns viel über die Hintergründe und die Geschichte Kambodschas bevor das Tempelgelände betraten, doch leider war die Fülle an Informationen nicht so leicht zu merken… Die Touristenströme vermeidend machten wir uns nach dem Eingangstor auf zum Tempel Angkor Thom, wo wir die restaurierten Ruinen von Bayan, Bapuan, der Elefantenterasse, dem Königspalast, die Pimien Arkasse und den Leopardenkönig ansehen. Die Bauwerke, ebenso wie die Atmosphäre die sie verströmen, sind beeindrucken und nicht zu beschreiben – es ist nur zu erahnen was diese Steine schon alles kommen und gehen gesehen haben… Manchmal waren es buddhistische Tempel, manchmal hinduistische und Buddha wurde weggemeißelt, manches hat sich die Natur zurückerobert, manches wurde ihr wieder entrissen und neu aufgebaut… Mittags brachte uns Baley dann zu einem leckeren Khmer-Restaurant bevor es am Nachmittag zum erstaunlich wenig besuchten eigentlichen Angkor Wat Tempel ging, den wir in aller Ruhe bestaunen konnten. Am späten Nachmittag dann wanderten wir auf einen Hügel mit dem Pnom Baheng Tempel, um den Sonnenuntergang zu sehen… Ein kleines Nickerchen später versank die Sonne hinter einer Wolkenmauer und ich machte mich sozusagen als Vortrupp eiligst an den Abstieg um einem dringenden, natürlichen Bedürfnis nachzukommen! Ja, ja das ist die Schattenseite des ständigen der Dehydrierung vorbeugenden Wassertrinkens… Am Abend war mit uns allen nicht mehr viel anzufangen und während die Männer noch ein Bier in der Bar tranken, verweilten Nadja und ich schon im Träumeland, um für den nächsten Tag gerüstet zu sein.

Wieder holte uns Baley früh morgens ab und wir fuhren zum weiter entfernten Bantey Sry Tempel, in dem Tomb Raider gedreht wurde, und mein absoluter Lieblingstempel!!! Anschließend gings zum Bongmea Lea Tempel, bevor wir zu viert eine Flußbootsfahrt vorbei an Stelzendörfern bis zum riesigen See machten. Auf der Rückfahrt machten wir noch einen kurzen Halt beim Bakong Tempel bevor uns Baley wieder sicher zur Unterkunft zurück brachte. Wir unternahmen abends noch einen kurzen Ausflug in die Innenstadt und bekamen wie immer leckeres Essen, sowie einige mehrere Hosen für mich.

Etwas verschlafen stiegen wir am nächsten Tag um 04:45 zu Baley ins Auto und wanderten schließlich in der Finsternis zum Angkor Wat Tempel, wo Baley uns den besten Aussichtsplatz sicherte und ganz aufgeregt andere Touristen zu angeblich besseren Plätzen verschickte… Trotz der vielen, vielen Menschen war es eine bezaubernde Stimmung und hatte fast etwas Andächtiges!

Aber damit noch nicht genug: Baley führt uns an diesem Tag noch zum Da Prom Tempel, zum Prerup Tempel, zum Ismebon, zum Neakpoan und zum Prekan Tempel. Alle sind sie beeindruckend und schön, dennoch hat mir der Wassertempel bzw. vor allem der ihn umgebende Wassergraben am Meisten beeindruckt. Aber so schöne es wahr und so schlimm sich das jetzt anhört – irgendwann war es dann auch wieder genug mit Tempelbesichtigungen – es fängt an sich zu wiederholen und auch die Aufmerksamkeitsspanne ist irgendwann zu Ende. So war es gut getimed, dass wir an diesem Tag schon am Nachmittag wieder zurück ins Hotel kamen, die Eindrücke auf uns wirken lassen konnten und eine Mütze Schlaf nachholten.

Während Jakob, Didi und ich uns später wieder in die Stadt aufmachten, konnte Nadja noch nicht genug kriegen und fuhr nochmals nach Angkor um die Abendstimmung einzufangen. Wieder vereint gingen Nadja und ich zur Massage bzw. Fußpflege und als wir zurück kamen, trafen wir doch glatt einen deutschen Metaler. Dieser ist auch noch Barbesitzer und wo verbringen wir wohl unseren restlichen Abend mit musikalischer und politischer Fachsimpelei?

Battambang 29.10.-31.10.

Am nächsten Morgen hieß es dann auch schon wieder Good Bye Siem Reap. Wir wurden in bester Tetris-Manier in einen Kleinbus geschlichtet, der uns zur Bootsanlegestelle bringen sollte, von wo aus unsere 8 stündige Flußfahrt nach Battambang begann. Wir fuhren durch Flüsse, querten den riesigen See, tuckerten durch Mangrovenwälder (wo wir uns vor den peitschenden Ästen und sämtlichem dort wohnhaften Kleingetier in Sicherheit brachten so gut das auf einem offenen Boot eben geht) und sahen bewirtschaftete Felder, Reisanbaugebiete und Schwimmende Dörfer mit fröhlich winkenden Menschen. Auch wenn es sicherlich angenehmere Arten zu reisen gibt, ist diese Bootsfahrt diejenige, bei der man vom Leben am Fluß am Meisten mitbekommt. Am späten Nachmittag kamen wir dann in Battambang (der zweitgrößten Stadt Kambodschas – man merkt es nicht) an und checkten erstmal ein. Für Nadja ging an diesem Tag ein riesiger Wunsch in Erfüllung: wir gingen koreanisch essen und es schmeckt so lecker, dass wir die Nachspeisen gleich nochmal nachbestellten.

Unser Tag in Battambang sollte gut genutzt werden, weshalb wir morgens in der Früh gleich mit „unserem“ Tuktukfahrer losstarteten. Wir besuchten eine Zigarettendreherin und schauten zu wie Reisnudeln gemacht werden. Dann gings auf dem Bambootrain zu einer kleinen Siedlung, bei der sich die Kinder mit uns verschwörten auf jeden Fall bei ihnen Andenken zu kaufen. Anschließend erfuhren wir wie der Bamboo Sticky Rice, Frühlingsrollenblätter und Fischpaste hergestellt werden und durften natürlich auch überall kosten bzw. uns an den Gerüchen der fermentierenden Fische gütlich tun… Zwischendrin besuchten wir einen Tempel der während des Krieges als Gefängnis diente und in dem viele Menschen gestorben sind – auch unserem Guide fiel es sichtlich schwer darüber zu sprechen.

Er brachte uns für eine kurze Rast zurück in die Unterkunft bevor wir am späten Nachmittag quer durch einige Dörfer zu den Killing Caves und den Bat Caves fuhren. Wir bestiegen den Hügel recht flott und trafen auf einige Affen, Tempel und Höhlen, waren jedoch schon knapp in der Zeit für Dämmerungsbeginn, sodass wir nur wenig Zeit zum umschauen hatten bevor wir wieder runter gingen – hätten wir nur früher gewusst, dass der Strom von Fledermäusen für über eine Stunde nicht abreißt… Ja, wirklich wir saßen unterhalb der Fledermaushöhlen und lange Zeit tat sich nichts, außer hin und wieder eine Kundschafterin bis sich schließlich der ganze Schwarm von ca. 7 Millionen Fledermäusen für den nächtlichen Beutezug (Go for Moskitos!!) aufmachten – muss man gesehen haben! Wenig überraschend gestaltete es sich etwas schwierig Nadja zum Aufbruch zu bewegen, aber schließlich war auch sie bereit und wir fuhren, dieses Mal über die Hauptstraße, im Tuktuk (oder Motoremoc wie es in Kambodscha heißt) zurück. Ein leckeres Abendessen und eine entspannende (wenn auch schmerzhafte) Massage später ging es schließlich ins Bett, weil am nächsten Tag sollte es schon früh weiter nach Pnom Penh gehen.

Phnom Penh 31.10. – 01.11.

Ein überraschend angenehmer Reisebus holte uns mit nur wenig Verspätung bei der Busstation ab und wir legten die ca. 280 km in zügigen 6 Stunden auf dem meist einspurigen „Highway“ zurück. Didi, der ja bekanntlicherweise etwas größer als der Durchschnittsasiate ist, hatte zudem das Vergnügen, dass sein Vordermann den Sitz in Schlafposition (was in diesem Falle wirklich weit nach hinten ging) stellte und ihm somit jegliche Bewegungsmöglichkeit nahm – zum Glück war die letzte 5er Sitzreihe komplett frei! Am späten Nachmittag trafen wir in Phnom Penh ein und zockelten mit unseren Rucksäcken zur Unterkunft und checkten in der dazugehörigen Rooftopbar ein. Ließ sich alles gar nicht so schlecht an – allerdings hatten wir übersehen, dass 1. Halloween war und 2. wir von Bars umgeben waren, aber dazu später mehr…

Während Nadja sich den nahen Tempel anschaute, warteten wir in der Bar und beobachteten das schräge Treiben: Lachgas wird in Luftballons verkauft und entwickelt sich zu einem gewinnbringenden Geschäft! Das war uns dann doch zu abgefahren und wir machten uns auf Essenssuche, wurden fündig und flogen fast wieder raus, weil Jakob auf der Toilette mit lautem Rums auf einmal eine Türe in der Hand hatte – sie stand am Ende glücklicherweise nicht mit auf der Rechnung! Zurück ging es in eine vorher erspähte Rockbar von der ich mich aufgrund von Müdigkeit schon früher verabschiedete – im Hotel angekommen war klar: an Schlaf war nicht zu denken – Ohropax, Kopfpolster und Stirnband zum Trotz!

Koh Samzi und Koh Tao

Dementsprechend gerädert ging es am nächsten Tag nach leckerem Frühstück zum Flughafen. Dort  wurden wir in die VIP-Lounge verschickt – wir müssen wirklich erbärmlich müde ausgesehen haben – und konnten gleich ein zweites Frühstück zu uns nehmen. Der Tag war schon mal gerettet und so ging es dann quer durch Thailand bis runter nach Koh Samui. Schon der dortige Flughafen war sehr süß und überschaubar und auch unsere Unterkunft (Empfehlung von Micha) am Strand befand sich abseits des Trubels. Wir waren gerade rechtzeitig zum Sonnenuntergang angekommen und Didi und Nadja freuten sich riesig endlich am Meer zu sein. Nach all den Erlebnissen folgten einmal zwei Erholungstage mit leckerem Essen, entspannenden Massagen, im Meer planschen und Sonne auf den Bauch scheinen lassen – nur die nächtliche scharenweise Moskitoinvasion störte etwas, aber auch die konnten weggeräuchert werden!

Schließlich ging es dann doch mit der Fähre weiter nach Koh Tao, wo die bis dahin noch vage Überlegung einen Tauchkurs zu machen bei Nadja und Didi schließlich konkret wurde. Die ersten beiden Tage verbrachten wir am Strand, im warmen Meer und beim leckeren Su Chili Restaurant. Für Nadja gab es wie bereits in Koh Samui wieder eine Massage ab und zusätzlich noch ein neues Handy von einem Bengalkatzenbesitzer J Pünktlich zum Beginn des dreitägigen Monsuns starteten wir alle vier unsere Tauchkurse (Nadja und Didi Open Water, Jakob und ich Rescue Diver) und zwar bei der den Mojo Divers, derTauchschule wo Jakob und ich vor zwei Jahren unseren Open Water Tauchschein machten – beste Beschäftigung bei dem Wetter J Die Sicht unter Wasser war ähnlich wie drüber – trüb – was jedoch die Begeisterung bei keinem von uns minderte und wenige Tage später waren Nadja und Didi begeisterte Taucher, sowie Jakob und ich müde, aber glückliche Rescue Diver. Abwechselnd gab es für uns vier Erholungspausen, wunderschöne Tauchgänge mit einem voll erhaltenen Wrack, vielen Fischen und Spaß mit unseren Tauchlehrern – Danke an Ami und Cat!! Nadja und Didi hingen vor lauter Begeisterung gleich noch den Advanced Tauchkurs dran und schließlich machten wir gemeinsam unseren ersten (Jakobs zweiter) Nachttauchgang: Riesige Einsiedlerkrebse, Moränen, Blaupunktrochen und viiiiel fluoriszierendes Plankton – bin mal kurz zur wild fuchtelnden Fee geworden… Das Wetter war wieder besser geworden, sodass wir in den Tauchpausen (zumindest tagsüber) wieder Sonne tanken und schwimmen gehen (wobei uns auch der Regen davon nicht abgehalten hat – immerhin war das Meer wärmer als draußen) konnten. Obwohl keiner von uns wollte, war es doch irgendwann Zeit wieder zurück nach Bangkok zu fahren…

Wir bestiegen mit mehr weinenden als lachenden Augen die Fähre nach Chumpon, bestaunten die riesigen Quallen (garstige Biester, aber schließlich hat Jakob mich vor der Würfelqualle gerettet und nur die weniger giftige hat mich erwischt…) und fuhren mit dem Bus weiter zum Bahnhof. Nach der Essensaufnahme ging es rumpelnd und polternd mit dem Nachtzug gen Bangkok wo wir mit lediglich 3 Stunden Verspätung ankamen. Trotz akuten Schlafmangels erstaunlich fit machten Nadja und ich die Shoppingcenter unsicher, während Didi und Jakob sich dem CD-Kauf widmeten… Alle vier mit reichlich Beute ausgestattet trafen wir schließlich in der Unterkunft wieder aufeinander und ließen den Abend auf der Dachterrassenbar ausklingen – mittlerweile alle durchaus gerädert… An Nadjas und Didis letztem Tag war ein letzter Tempelbesuch natürlich obligatorisch und so zogen wir nach dem Packen gemeinsam los. Einen Tempel, viel Süßes, weitere Kilo Reisegepäck und einige Kilometer später gab es ein letztes gemeinsames Abendessen, bevor wir unsere Freunde schweren Herzens in der Metro verabschiedeten – schön wars mit euch!!!

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