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Siau – Die Insel der Muskatnüsse und Vulkane

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Überraschend pünktlich legten wir am nächsten Morgen in einem ebenso überraschend langsamen Boot in Bunaken ab, um die Fähre zur weiter nördlich gelegenen Insel Siau zu erreichen – große, schnelle Fähre!!! Knapp vier Stunden und ein paar Nickerchen später kamen wir am Hafen an und konnten auf der Ladefläche des Pickups mitfahrend die abenteuerlichen Straßen der Insel bestaunen. Regel Nr. 1 in Siau war schnell gelernt: Nie, wirklich nie die Haltestangen loslassen, um nicht von der Ladefläche zu purzeln! Nur wenig touristisch, waren wir schon auf der Hinfahrt eine Attraktion und wurden dafür mit viel gewinke, gekichere und gelächle belohnt. Das einzige Resort (Kalea Beach Resort) auf der doch sehr großen Insel (immerhin passen 2 Vulkane drauf), mit bisher nur sehr wenig Touristen (letztes Jahr 500) wurde unsere Unterkunft für die nächsten Tage. Gemeinsam mit einer norwegischen Familie waren wir die einzigen Gäste. Und wie wurden wir verwöhnt: Nach Ankunft am Nachmittag gab es gleich mal einen Snack – frittierte Süßkartoffeln – und einen Welcomedrink – frische Kokosnuss. Gemütlich in der Hängematte liegend wurden wir wenig später zu einem gemeinschaftlichen Ausflug auf dem kleinen Bötchen der Unterkunft eingeladen und tingelten so etwas überladen zu den benachbarten Stränden (manche sogar mit heißen Quellen, wie uns später klar wurde, nachdem wir uns zuvor über das absurd warme Meer gewundert hatten). Zwischendurch wurden leckere, wilde Nüsse gefuttert und noch kurz bei einem Fischerboot halt gemacht, dass gerade die Netze einholte, um das Abendessen einzukaufen und mal so Jakob vor die Füße klatschen zu lassen – Bye bye europäische Hygienestandards! Auf der Rückfahrt zum eigenen Strand wurde klar: anlegen ist nicht – zu hoher Wellengang, also doch wieder zum Nachbarstrand und quer durchs Gestrüpp rauf zur Straße und per pedes retour.

Nach einer weniger ruhigen Nachtruhe – die Wellen vermittelten einem fast das Gefühl eines Flugzeuglandeplatzes – ging es am nächsten Tag in aller Früh zum Tauchen mit Harry und seiner Tochter Nadya, dem einzigen Tauchanbieter auf der Insel. Wieder auf die Ladefläche verfrachtet fuhren wir zuerst zu den Beiden nach Hause, wo uns Harrys Frau mit Frühstück erwartete, luden auch noch das Equipment auf und fuhren weiter durch den Dschungel auf die Westseite der Insel mit ihren schwarzen Sandstränden. Unsere bisherigen Taucherfahrungen auf mehr oder weniger modernen Tauchbooten machend erspähten wir unser heutiges Wassergefährt nicht gleich… Spätestens als aber die Badewanne mit Motor langsam auf uns zugetuckert kam, war klar: das ist es! Nach dem Motto: Selbst ist der Mann, wurde das Equipment vom Truck nun auf die Badewanne verladen, die danach schon deutlich tiefer im Wasser lag, und los gings in gemächlichem Tempo zum ersten Tauchgang.

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Unter Wasser erwarteten uns kristallklarer Sicht mit wunderschönen Korallen auf Steilwänden und Buchten gespickt mit leisem Grollen des Vulkans. Zwischen den Tauchgängen ging es zum Aufwärmen (Wetsuit gabs nicht) in eine Bucht mit siedend heißen Quellen die direkt ins Meer fließen, wo wir auch unser Mittagessen verspeisten und den kurzen Regenschauer abwarteten. Und am Nachmittag kam dann mein persönliches Highlight: abtauchen in einer heißen Quelle, vorbei an bunten Korallen, ein Date mit einem Oktopus sowie mehreren Feuerfischen und wieder auftauchen in der nächsten heißen Quelle – so könnte ich mir das immer vorstellen J Nachdem wir die Sonne und das heiße Wasser lange genug genossen hatten, ging es schließlich wieder zurück zu Harry nach Hause. Bei einem Bier erzählte er uns von seinem Leben, zeigte uns seinen Gewürznelken- und Muskatnussbaum, wo wir auch gleich eine Frucht ernten, zerlegen und probieren durften – lecker würzig! Schließlich ging es nach einem erlebnisreichen ersten Tag wieder über die achterbahnartigen Straßen zurück in die Unterkunft.

Da sich Davids Urlaub langsam dem Ende zuneigte, planten wir noch zwei ruhige Tage auf Siau ein bevor wir uns wieder auf den Rückweg nach Manado machten. Am späten Nachmittag hatten wir nochmals eine Verabredung mit Harry und Nadya, diesmal allerdings nicht zum Tauchen, sondern um mit einem befreundeten Guide in den Dschungel zu gehen, um Tarsiane zu suchen. Hinein gings also in den dämmernden Dschungel und wir waren mucksmäuschenstill um die Quietschlaute der nur eichhörnchengroßen, süßen Tiere zu hören – und hatten Glück! Gleich mehrere von ihnen konnten wir entdecken die uns mit ihren großen Augen neugierig anstarrten. Begleitet von ein paar Glühwürmchen ging es später wieder zurück und wir verabschiedeten uns von Harry und Nadya die uns dringend empfahlen einmal Weihnachten auf dieser Insel zu verbringen und wer weiß…

Am Tag der Abreise ging es wieder vorbei an vielen winkenden Menschen und zum Trocknen aufgelegten Muskatnüssen zum Hafen und mit der Fähre zurück nach Manado. Am nächsten Morgen begleiteten wir Jakobs Bruder noch zum Flughafen, wünschten eine gute Reise und richteten uns dann für die nächste Woche in Manado ein, um den leider nicht mehr aufschiebbaren, lästigen Papierkram zu erledigen…

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