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Komodo National Park – Drachen, Mantas … und ein Heimaturlaub

Es war brütende Mittagshitze als wir am Flughafen Labuan Bajo, Flores aus dem Flieger stiegen und in einer anderen Welt gelandet waren. Wo wir die letzten Monate von sattgrünem Dschungel umgeben waren, starrten uns nun rötliche trockene Hügel an – ein wenig hat es uns an Griechenland im Hochsommer erinnert. Schon bei der Gepäckabholung war klar, die Touristen hier haben wenig mit den All-Inklusive-Urlaubern zu tun: ein Backpack nach dem anderen rollte über das Gepäckband. Wir schulterten also die unseren und marschierten mal über den Hügel zur Küste und somit zu unserer Unterkunft, Manta Manta Guesthouse – richtig hübsche Zimmerchen mit weißer Bettwäsche, viel Holz und sogar einem Bad dabei! Labuan Bajo selbst besteht im Wesentlichen aus einer Hauptstraße an der sich ein Tauchshop und/oder Bootstripanbieter neben den anderen reiht. Naja, was bleibt einem da anderes übrig, als gleich mal zwei Tage tauchen zu buchen?

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Wir starteten also am nächsten Tag mit Uber Scuba in die Unterwasserwelt mit der kleinen Vorwarnung, dass es hier starke Strömungen gäbe. Stark war noch untertrieben, zum Teil hingen wir wie Fähnchen an den Vorsprüngen der Steine um nicht weggespült zu werden… Wir wurden dafür jedes Mal mit noch spektakuläreren Unterwasserwelten und mehreren Manta Begegnungen belohnt. Besonders schön war es in der Strömung zu hängen, währen ein solcher Riese über einem schwebt und sich schließlich mit einer Leichtigkeit von zwei Schlägen gegen die Strömung entfernt, als wäre es nichts! Wir verbrachten zwei ganze Tage auf und unter dem Wasser mit viel Sonne und leckerem Essen.

Dabei lernten wir Tania und Martin aus der Schweiz kennen, die wir später nochmal beim Tauchen trafen. Mittlerweile waren wir wieder in ein neues Homestay umgezogen – diesmal mit frühmorgendlichem Weckruf vom Muezzin – gefühlt direkt neben dem Bett… Also nichts wie weg! Wohin? Zu einem zweitägigen Bootsausflug auf die vorgelagerten Inseln – dem Komodo Nationalpark!

Die Rucksäcke blieben an Land, wir gingen an Bord und los gings nach Rinca. Alleine die Bootsfahrten führten uns immer wieder an schönen und interessanten Inseln vorbei. Auf Rinca angekommen wurden wir von einigen Rangern durch den Park geführt, die meisten Komodowarana sahen wir jedoch direkt in der Rangerstation. Dies und die Tatsache, dass sie sich von den Abfällen der Ranger ernähren war etwas desillusionierend, obwohl die massigen Tiere selbst schon sehr gewaltig sind! Zu ihren hauptsächlichen Speisen gehören die dort heimischen Wasserbüffel und Hirsche, welche sie mit einem Biss vergiften und dann tagelang darauf warten, dass das zukünftige Mahl verendet. Auch unachtsame Touristen sind schon gebissen worden und haben nicht überlebt… Besonders den Waranen auf Komodo, der nächsten angesteuerten Insel, war anzumerken, dass sie einfach keine Fressfeinde haben… Stand ihnen eine Gruppe Menschen im Weg, verlangsamten sie ihren Schritt keineswegs oder deuteten auch nur ein Ausweichmanöver an. Dafür hatten die Ranger umso mehr Stress die Menschen so schnell wie möglich aus der angepeilten Richtung der Drachen wieder in einen angemessenen Abstand zu ebendiesen zu bringen.

Danach ging es noch zu einem pinken Strand, der zwar nicht leuchtend pink aber erkennbar babyrosa war. Die Farbe kommt von den im Wasser wachsenden rötlichen Korallen, die wir beim schnorcheln im kristallklaren Wasser bewundern konnten.

Das Abendessen am Schiff fiel etwas weniger üppig aus, die Bootscrew hatte offensichtlich nicht mit unserem Appetit gerechnet… Wir schlugen schließlich unser Nachtlager am hinteren Deck des Bootes auf, wurden aber durch den leichten Nieselregen (laut Kapitän hatte es seit April nicht mehr geregnet…) mitten in der Nacht in die Kajüte vertrieben. Der sanfte aber stetige Seegang wurde einem unserer Mitreisenden gegen Morgengrauen zum Verhängnis und die Seekrankheit nahm ihren Lauf was bei uns zu leichten Schlafproblemen aufgrund der akustischen Untermalung führte…

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Im Gegensatz zum Abendessen war das Frühstück reichlich und gestärkt wanderten wir danach die Padar Insel hinauf um uns die drei verschiedenfarbigen Strände anzusehen und die Aussicht zu genießen. Viele Stufen später saßen wir sicher (es muss erwähnt werden, dass die Landgänge immer in einem seeeehr wackligen 4er Boot zu sechst erfolgten!) wieder auf dem Schiff und weiter ging die Reise zum Manta Point. Schon bei der Anfahrt konnten wir von oben die ersten Meeresriesen entdecken und kaum war das Boot zum Stillstand gekommen, befanden wir uns auch schon alle im Wasser um die wunderschönen Tiere zu bewundern.

Als wir uns endlich sattgesehen hatten und langsam auch noch andere Boote kamen, fuhren wir weiter zu einer richtigen Postkarteninsel näher an der Küste von Labuan Bajo: weißer Strand, unglaublich klares Wasser und Korallen mit Millionen von Fischen, sowie Schilkröten, Seepferdchen und Tintenfischen. Wir schnorchelten so lange bis wir völlig ausgekühlt wieder an den Strand zurück kehrten und erst mal ein Weilchen brauchten, um wieder eine normale Körpertemperatur zu haben. Und dann war der Bootstrip auch schon zu Ende und Labuan Bajo hatte uns wieder!

Noch etwas wackelig von den vielen Stunden am Schiff (Nein, nicht vom Alkohol!) machten wir uns in unsere dritte und letzte Unterkunft – ein noch nicht offiziell eröffnetes Hotel direkt am Hafen – auf. Wir verbrachten nochmals wunderschöne Tage mit Tauchen und Abende mit neu gewonnenen Freunden, bevor auch in Labuan Bajo der Abschied nahte. Ich glaube in diese Insel habe ich mich verliebt ohne viel von ihr zu kennen und ein Wiedersehen bzw. ein Entdecken der restlichen Insel ist nicht ausgeschlossen – denn es gäbe noch so viel zu sehen!!!

In der Früh genossen wir noch den Ausblick von der Hotelterrasse über die gesamte Küstenlinie, bevor wir Nachmittags in den Flieger stiegen und die wunderschöne Landschaft nochmals von oben bewundern konnten. In Bali hatten wir uns eine schmucke Unterkunft in Flughafennähe (durchaus emfehlenswert) gesucht und konnten so zu Fuß hin und wieder zurück wandern, da es ja schon am nächsten Tag weiter nach Jakarta ging. Auch dort hatten wir eine Nacht Zwischenstopp bevor wir schließlich voller Vorfreude den langen Heimflug von Jakarta über Jeddah (10,5 Stunden Aufenthalt an einem recht ungemütlichen Flughafen) nach München antraten. Trotz unserer Müdigkeit konnten wir den Flixbus rechtzeitig ausfindig machen und kamen schließlich nach 4 Reisetagen wieder in Innsbruck an. Wir wurden von unseren Freunden und Familien die nächsten zwei Wochen liebevoll in Empfang genommen und konnten bei einer zauberhaften Hochzeit dabei sein, die ich nicht hätte missen wollen!!! Nur dass ihr es wisst: wenn ihr so lieb zu uns seid, fällt es uns verdammt schwer wieder weg zu fahren!!

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