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Bali – nach Nord und wieder Süd…

Ubud

Ja, die Transportwege sind manchmal lang, auch wenn die Kilometeranzahl sehr gering erscheint – 3 Stunden und ca. 30km weiter nördlich waren wir in Ubud angekommen – Unterkunft von außen unscheinbar, von innen ein Gefühl wie in einem Tempel zu stehen – vor allem die Türen gefielen mir!! Erstmal unsere Sachen abgestellt und da es ausnahmsweise nicht ganz so heiß war kein Bad im Pool genommen, sondern gleich mal die Hauptstraße erkunden. Ubud ist ein kleines, schmuckes Städtchen mit sehr vielen verzweigten Gassen, unzähligen Souvenirshops und viel, viel Grün – Reisfelder und Dschungel mitten in der Stadt. Wir wanderten also die Hauptstraße entlang, immer darauf achtend nicht in die Löcher im Gehsteig in den etwa 1-1,5m darunter liegenden Kanal zu fallen und gleichzeitig den erstaunlich vielen Touristen aus der ganzen Welt sowie den unzähligen Autos und Mopeds auszuweichen. Am Ende angelangt, gab es eine kleine Stärkung – auch Nervennahrung genannt – bevor Jakob mit mir Ohrringe kaufen musste…

Am folgenden Tag ging es für uns gleich morgens los zum Monkey Forest, einem Dschungel mitten in der Stadt mit gefühlt hunderten Affen – ziemlich freche noch dazu: Einer kletterte so schnell auf meine Schultern, dass ich gar nichts tun konnte und probierte dann immer wieder den Rucksack aufzumachen. Was ihm nur nicht gelang, weil Jakob ihn immer wieder zumachte, was dem Äffchen nicht gefiel, weshalb er ihn mehrfach dezent anfauchte. Nach mehreren erfolglosen Versuchen den Störenfried los zu werden – wir hatten nicht einmal etwas zum Essen dabei – vollführte ich einen äußerst eleganten und gefinkelten Schulterwurf (zumindest ist es das in meiner Erinnerung so gewesen…) und Äffchen suchte sich ein neues Opfer.

Danach erkundeten wir zu Fuß etwas abseits der Hauptstraße die Tempel in Ubud. Sowohl die größeren als auch die kleinen Haustempel sind reichlich verziert und verschnörkelt. Die unterschiedlichen Darstellungen der hinduistischen Götter sind sehr interessant, leider waren viele Tempel nur für betende Hinduisten zugänglich und wir konnten nur von außen einen Blick hineinwerfen. Dies hat mich etwas überrascht, da die Tempel (ich weiß Unterschied zwischen Buddisten und Hinduisten) in Thailand großteils zugänglich sind. Dennoch: jeder Tempel für sich war sehr beeindruckend und es war spannend sie zum Teil in ganz kleinen Seitenstraßen zu entdecken. Besonders schön war auch, als wir einfach einem Schild folgten, welches in eine winzige Gasse zeigte und zu einem „Magic Ricefield“ führen sollte – tat es auch! Wir fanden also die Reisfelder mitten in der Stadt und gleich war es unglaublich ruhig und nur ein paar Reiher stelzten im Wasser rum – es war eine schöne Pause zu der geschäftigen Stadt.

Am nächsten Tag ging es auf dem Moped raus aus der Stadt und zuerst zum einem weiteren Temple, wo wir beschlossen von einem reinigenden Bad aufgrund der Wassertemperatur und des Auflaufs Abstand zu nehmen. Anschließend brauchte Jakob seine Kaffeepause – also ging es weiter zu einer Kaffeeplantage mit Meerkatzenkaffee, wo wir gleichmal einen ganzes Tablett mit unterschiedlichen Kaffeesorten zum Kosten bekamen. Jakob hatte seine Koffeindosis intus und wir probierten (ja, ich habe auch genippt!) Meerkatzenkaffee – man schmeckte auch bei jedem Schluck die Art seiner Fermentierung… Auch lernten wir Lana (ursprünglich aus Kroatien) und Martin aus Deutschland kennen und verabredeten uns zum Abendessen, um ein paar Infos auszutauschen. Danach ging es für uns noch zur Elephant Cave, die mir sehr gut gefallen hat und wieder zurück zur Unterkunft.

Wir hatten wieder einmal ein leckeres Abendessen in gemütlicher Runde bevor wir unseren Aufenthalt in Ubud bei einem Bier ausklingen ließen.

Lovina – der „hohe“ Norden

Gegen Mittag trafen wir uns mit Lana und Martin um gemeinsam weiter in den Norden zu fahren. Wir hatten richtig Glück mit unserem Grabfahrer, der extra für uns an den schönsten Aussichtspunkten Halt machte, uns jede Menge über seine Heimat erzählte und obendrein noch einen Minivan fuhr, sodass wir ausreichend Platz hatten. Schon die Fahrt selber, vorbei an Bergseen, rauf auf schroffe Felsen und dann wieder runter zur Nordküste mit einer wundervollen Aussicht über die ganze Region, war ein echtes Erlebnis. Als wir dann in der bezaubernden Unterkunft Gede Homestay auch noch sehr lieb begrüßt wurden (direkt hinter der Rezeption befand sich der schwarze Sandstrand und das Meer) und schließlich der Sonnenuntergang von den jammenden Nachbarn begleitet wurde, war der Tag perfekt!! Den nächsten Tag verbrachten wir lesend und Sonne tankend (Ubud war eher regnerisch) am Strand und genossen das Leben.

Am übernächsten Tag brachen wir um 5h30 zu sechst mit dem Boot auf, um die Delfinschulen nahe der Küste zu sehen – der Sonnenaufgang war spektakulär und durch die auf das Wasser herauswehenden Gesänge der Moschee schon fast ein bisschen mystisch. Die Delfine ließen jedoch auf sich warten und das kleine italienische Mädchen, welches mit seinen Eltern bei uns an Bordwar, wirkte schon etwas verzweifelt, als nach einer Stunde noch keine zu sehen waren… Und dann kamen sie…

Bali - Lovina5

Es waren so viele unterschiedliche Familien, wenn die einen gerade verschwunden waren, tauchten woanders schon wieder die nächsten auf! Nach zwei Stunden beschloss der Käpitan dann, dass es nun genug sei und wir fuhren noch zu einem schönen, aber sehr kalten Schnorchelspot, bevor es leckeres Frühstück gab. Mit so vielen tollen Erlebnissen vor dem Frühstück, sollte man denken, dass der Tag nur gut werden kann – leider gestaltete sich die Organisation der Weiterreise in Folge jedoch sehr schwierig und auch wir zwei bekamen uns ein wenig in die Haare (Nein, auch auf Weltreise ist nicht immer alles eitel Wonne, Sonnenschein!). Schließlich konnten wir doch noch was auf die Füße stellen, hatten eine Bleibe (triffts in diesem Fall ziemlich gut – war zwar teuer, aber dafür auch nicht gut) und fanden ein nettes Restaurant am Strand zum Abendessen. Der Gesang des jammenden Italieners war gewöhnungsbedürftig, aber lustig!

Going South – Jimbaran und Kuta

Diesmal nahmen wir einen Shuttlebus zurück in den Süden, was erstaunlich gut funktionierte bis wir uns den Städten im Süden näherten (Denpasar, Kuta)… Irgendwann kamen wir dann doch in der entzückenden Unterkunft Carlyn´s Guesthouse – hier und in Lovina wäre ich gerne länger geblieben – an und wurden von dem Ungarn Gabor, der Besitzer, über viele interessante Unternehmungen auf der Halbinsel informiert.

Deshalb schnappten wir uns am nächsten Tag nach einem köstlichen Frühstück gleich das Moped und fuhren zum Jimbaran Beach. Ein riesiger Strand mit kleinen Restaurants und doch einigen Touristen – wir sind noch immer verwöhnt von den einsamen Bilderbuchstränden in Malaysien. Wesentlich besser gefiel uns jedoch die anderen Strände am Weg zum Uluwatu Beach, trotz vieler, vieler Surfer – Jakob spielte schon mit dem Gedanken einen Kurs zu machen – was nicht allzu überraschend war 😀

Später ging es noch weiter zum Dreamlandbeach und zum Uluwatu Cliffs für den Sonnenuntergang. Jeder Strand ist anders, überall ist das Meer anders – manchmal rau und hohe Wellen, manchmal ruhiger und klares Wasser – und auch das Publikum und der Sand selbst ändern sich.

Auf Empfehlung von Gabor ging es am nächsten Tag in das Garuda Wishnu Kencana, kurz GWK. Wishnu ist die hinduistische Gottheit der Erhaltung und reitet auf Garuda durch die Lüfte. Im GWK waren die Beiden mit riesigen Statuen dargestellt – echt beeindruckend groß! Aber auch der GWK selbst ist schon deshalb sehenswert, weil er in einem alten, stillgelegten Steinbruch erbaut wurde und viele der Quadern noch erhalten sind und links und rechts der Durchgänge aufragen. Schon die Zufahrt zum GWK ist von zahlreichen überlegensgroßen Statuen von Tieren gesäumt und auf der Terrasse des Restaurants hat man einen Ausblick über die ganze Umgebung. Zum Ende haben wir uns noch den Umzug und den traditionellen Tanz angesehen – die Figuren und Bewegungen waren teils witzig, teils interessant – die erzählte Geschichte habe ich leider nicht ganz verstanden. Später ging es für uns an den Jimbaran Beach wo wir uns frisch gebratenen Mais mit Chilli und Butter (sehr lecker!!) holten und uns den Sonnenuntergang anschauten.

Da Carlyn´s Guesthouse leider ausgebucht war – wir wären gerne noch geblieben – zogen wir in Ratu´s Guesthouse um, wieder etwas zentraler und belebter. Wir lernten jede Menge lieber Menschen kennen: Marvel ist der Manager dort und stets zu Späßen aufgelegt; Kristy betreibt gemeinsam mit ihrem Mann eigentlich ein Homestay auf den Gilli Inseln, war jedoch aufgrund der Erdbeben momentan in Bali; Soleno lebt nach einigen anderen Stationen mittlerweile in Australien und hat dort seine große Liebe kennen gelernt, wartete nun jedoch auf die Visumsverlängerung; Mey betreibt ein Cafe, kann unglaublich gut kochen und hatte zu der Zeit gerade Besuch von ihrem Bruder und seiner neu angetrauten Frau, Phil ist Pastor und arbeitet überall in Südostasien gemeinsam mit seiner Frau, die nebenbei noch Künstlerin ist, Chen ist Fotografin und fuhr mit dem Fahrrad schon quer durch China. Wir haben viel Zeit damit verbracht die Geschichten dieser Menschen zu erfahren, gelacht, gemeinsam leckeres Essen von Mey gegessen und die Zeit dort genossen.

Ein besonderer Ausflug war zum Tempel Tanah Lot. Auf einem geliehenen Moped sind wir quer durch die Reisfelder gekurvt bis wir schließlich an der Steilküste ankamen. Tanah Lot steht auf einer Klippe und wird von Wellen zum Zittern gebracht. Rundherum sind flachgespülte Steine, Höhlen und weitere Klippen – fast mehr noch als der Tempel, hat uns die raue Landschaft dort beeindruckt!!

Bevor es weiter nach Labuan Bajo ging, war dann auch wieder das bereits übliche Waschen und Zusammenpacken angesagt. Schließlich verabschiedeten wir uns mit vielen Umarmungen und Glückwünschen für die weitere Reise und blickten unserem letzten Abenteuer vor der Heimreise entgegen.

Bali - Kuta29

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