
Zimmer waren noch nicht fertig, Frühstück war lecker und dann gings gleich mal schnorcheln – unglaublich viele Fische in allen Farben und Jakob sah gleich den ersten Hai in freier Wildbahn seines Lebens (es war zwar ein Baby-Schwarzflossenriffhai, aber immerhin)! Nun waren wir wieder wach und die Abenteuerlust hatte uns, wie immer an einem neuen Ort, gepackt. Wir packten unseren Rucksack und machten uns auf den Weg zum 10 Minuten entfernten Turtle Beach, kein Sand, alles Korallen und die Sicht unter Wasser war sogar noch besser (geschätzte 20+ Meter)! Beim zurückkommen waren unsere Zimmer fertig und wir brachten unsere Sachen rauf ins Zimmer mit Blick auf Meer und Strand – perfekter kann es kaum sein… Wobei, habe ich schon mal erwähnt, dass die Malayen eher Fans von Löchern im Boden statt normalen Toiletten sind? Deshalb auch die überall zu findenden Zeichen, dass auf den Toilettenschüsseln nicht gestanden werden darf 😀

Ja, und nachdem wir keine Wäscherei gefunden hatten und uns die Kleidung aus zu gehen drohte, luden wir nun alles ab und gönnten uns ein Wäscheservice für glatte € 25 – nützt ja nichts. Anschließend ging es weiter ans Entdecken und wir marschierten über den Hügel rüber zum Longbeach, dem Hauptstrand der Insel, der uns nach so viel Ruhe und wahrscheinlich auch der Müdigkeit geschuldet, mit den ganzen Menschen, Restaurants und Tauchschulen dezent überforderte. Wir erkundigten uns bei den Tauchschulen und Unterkünften um, aber nichts war annähernd so gemütlich wie dort wo wir angekommen sind. Lediglich die Roti mit Curry waren eine Sünde wert! Abends ging es dann mit dem Taxiboot zurück zur Unterkunft und wir schliefen wie die Steine!!


















Der nächste Tag startete gleich mit einem Tauchgang zum Tempel of the Sea – eine riesige Korallenpyramide mitten im Meer! Die Strömung war stark, wir blieben auf einer Seite des Riffs und entdeckten Skorpionfische, Bambushaie, Blaugepunktetete Stachelrochen, Moränen, Aale und viele, viele Fische in bunten Farben (Kugelfische, Papagaienfische, Schmetterlingsfische, Anemonenfische,…). Zurück im Restaurant der Unterkunft beobachteten uns neugierige Flughörnchen beim leckeren Mittagessen bevor wir uns zu einer weiteren Schnorcheltour aufmachten. Endlich sah auch ich einen Hai und wir entdeckten Riesenbüffelkopf-Papageienfische bis wir schließlich beide schmerzhafte Bekanntschaft mit einem Schwarm pinker Quallen machten. Somit vorerst genug vom Schnorcheln, gings zurück an den Strand und Essig auflegen – es stellte sich als weniger schlimm als erwartet heraus – aber die Quallen besiedeln den Strand einen weiteren Tag lang, weshalb wir vom Schwimmen Abstand nahmen und derweil in den Hängematten rumhingen. Die Wunden wieder einigermaßen verheilt – übrigens auch die Bisse der Flöhe, die sich in meinem Pulli eingenistet hatten – begrüßten wir Alex und Ant mit denen wir uns hier erneut verabredet hatten und die mit ihren ca. 50 Jahren immer noch auf die gleiche Art reisen wie wir es tun.

Die nächsten Tage verbrachten wir gemütlich lesend, viel schnorchelnd und quatschend am Strand. Wir machten einen Schnorchelausflug und sahen 2 Meeresschildkröten beim Frühstück zu. Leider war ich 2 Tage recht schlecht beisammen (hatte wohl was Falsches gegessen – es waren die Salatgurken, mit Sicherheit!) und schlief die meiste Zeit.
























Für die letzten Tage gönnten wir uns dann noch einen Bungalow mit eigenem Badezimmer – kann was, wieder eine Kloschüssel zu haben und duschen gehen zu können, wann immer man Lust dazu hat. Lediglich der Affenbesuch auf der Terrasse war etwas penetrant und aufgrund der Aggressivität weniger angenehm, sodass wir es schließlich doch den Einheimischen nachtaten und uns mit Steinen ausrüsteten (natürlich nicht um den Affen zu treffen, aber er flüchtete schon, wenn man einen Stein ungefähr in seine Richtung warf).



Viel süßer waren hingegen die Eichhörnchen die uns im Restaurant beim Essen Gesellschaft leisteten und gemütlich an den für sie aufgehängten Kokosnussresten knabberten, während wir köstliches Essen verspeisten. Und es gab Warane – zuerst fielen uns nur die kleineren auf, bis die ersten Großen (von 1,5m bis zu 2,5m) einfach mal so gemütlich quer über den Strand watschelte! Da waren wir richtig am Staunen – und die Kamera natürlich weit weg! Zum Glück bekamen wir noch öfters Besuch von größeren Echsen und konnten auch hin und wieder beobachten, dass diese Tiere sowohl am Boden als auch auf Bäumen ziemlich schnell werden können, wenn erforderlich!




Eines Abends kam der Seniorchef (ein normalerweise griesgrämig wirkender älterer Mann – der aber sehr freundlich und zu Scherzen aufgelegt ist!) zu uns während wir beim Kartenspielen waren und fragte uns, ob wir Lust hätten um 21:00 mit ihm nochmals aufs Meer rauszufahren, um den fluoreszierenden Plankton zu sehen. Was für eine Frage… und ob!! Es war magisch zu viert auf dem stockfinsteren, stillen Meer zu treiben, mit den Händen durchs Wasser zu fahren und zu sehen wie alles zu funkeln anfängt – wie Sternenstaub im Wasser!

An unserem letzten Tag verabschiedete sich die Insel mit einem ganz besonderen Geschenk von uns: Wir hatten den Tag mit Sonne liegen, quatschen und Erlernen von neuen Kartenspielen verbracht. Also beschloss ich am Nachmittag noch eine Runde schnorcheln zu gehen, während Jakob ein Nickerchen in der Sonne hielt. Ich paddelte also gemütlich zu der Stelle an der ich ein paar Tage zuvor eine schwarz-weiß gestreifte Seeschlange gesehen hatte und sah plötzlich einen der Riesenbüffelkopf-Papageienfische, die ja mit ihren bis zu 1,5m ziemlich beeindruckend sind! Und dann wurden es immer mehr von ihnen – eine ganze Horde von insgesamt 17 gigantischen Fischen schwamm direkt unter mir im Wasser – es war gleichzeitig faszinierend und beängstigend alleine mit dieser grasenden Herde im Wasser zu sein!! Hin- und hergerissen drehte ich schließlich um und probierte von einem Floß aus die am Strand liegenden Alex, Ant und Jakob auf mich aufmerksam zu machen, damit sie sich dieses besondere Spektakel ansehen konnten – keine Reaktion… Ich schwamm zurück, holte Ant und Jakob mit ins Wasser und wir gingen die Herde suchen, die mittlerweile den Standort gewechselt hatte.
Schließlich fanden wir sie, Jakob und ich trieben sicher noch eine halbe Stunde im Wasser, so fasziniert waren wir von den aus dem Blauen auftauchenden und friedlich Algen und Korallen verspeisenden Fischen. Irgendwann mussten wir dann doch wieder zurück an Land, da wir noch zum Turtle Beach spazieren wollten, um den Sonnenuntergang zu genießen.Letzterer war aufgrund des Dunstes am Horizont weniger spektakulär, der in goldenes Licht getauchte Strand davor allerdings umso mehr!!















Die Natur der Insel hielt einige meiner schönsten Erlebnisse bisher für mich bereit und ich bin froh, dass wir hier waren – Danke Hannes für den Tipp!
Wir lernten einige sehr liebe Menschen kennen, besonders in Erinnerung bleiben werden uns sicherlich Alex und Ant, sowie Maria, eine spanische Englischlehrerin, die eines Abends erfuhr, dass sie tatsächlich ab September für ein Jahr in Marokko arbeiten wird und sich unheimlich darüber freute!! Ich hoffe sehr, dass wir die drei nochmal wiedersehen, möglicherweise ändern wir unsere Route doch ein wenig und nehmen die Einladungen wahr…


Schließlich war auch hier der Tag der Weiterreise angebrochen. Wir hatten bereits gefrühstückt und unsere Sachen gepackt, als uns der Seniorchef erneut aufforderte mit ihm zu kommen. Am Strand verfütterte er gemeinsam mit seinem Sohn Fischreste an vier Babyhaie und es war faszinierend, wie diese sofort in eine Art Jagdverhalten verfielen und die Fischreste umkreisten, bevor sie sie fraßen.


Anschließend verabschiedeten wir uns von allen Mitarbeitern und neu gewonnenen Freunden. Vom Seniorchef bekamen Alex und ich zum Abschied noch ein T-shirt geschenkt, dass ich bestimmt in Ehren halten werde. Alex und Ant winkten uns zum Abschied vom Strand aus zu bis wir die Fähre bestiegen und uns mit einem lachenden und einem weinenden Auge zu unserem nächsten Abenteuer aufmachten…

