Zwei Tage zum ordnen und sortieren!
Ja, das nahmen wir uns am nächsten Tag. Wir erkundeten die nähere Umgebung, wanderten zur Bootsanlegestelle (Jetty), holten uns Tipps für Tauchkurse und spielten mit dem Gedanken für ein paar Wochen in einer Tauchschule oder einem Riffwiederaufbauprogramm mitzuarbeiten. Die letzten beiden Optionen stellten sich jedoch als zu teuer heraus – man zahlt für eine Luxusunterkunft ohne Arbeiten aber mit Tauchen in etwa gleichviel pro Woche…
Und dann erklärten uns alle: Wir müssen nach Sipadan!!! Einer der besten Tauchspots weltweit… und deshalb ausgebucht… und natürlich teuer… Nach viel rumgelaufe, fragen, handeln, überlegen, haben wir uns entschieden und Ende Juli geht es für uns definitiv nach Sipadan zum Tauchen. Das heißt aber in weiterer Folge auch, wir bleiben nochmal vier Wochen in Malaysien – auch gut, allerdings baldmöglichst wieder raus aus der Stadt! Kota Kinabalu ist deutlich größer als Kuching und nicht so gemütlich entspannt. An Sehenswürdigkeiten war auch nicht viel auszumachen und im Wesentlichen werden von dort aus Touren zum Mount Kinabalu sowie Flussfahrten mit Übernachtung organisiert.
Uns stand der Sinn jedoch mehr nach Strand, Meer und entspannen – also was tun? Wir entschieden uns schließlich Tauchen zu gehen und zwar zum Anfang mal einen Refresher machen, weil wir ja seit zwei Jahren nicht unter Wasser unterwegs waren. Direkt vor KK ist überdies ein Nationalpark der aus wunderschönen Inseln besteht – beste Bedingungen also.
Soweit der Plan für den kommenden Tag, aber was an diesem Tag noch tun, war ja schließlich mein Geburtstag… (Ja, so weit hängen wir mit den Blogbeiträgen hinterher, aber wir holen auf!)
Da wir schon mal in einem Hostel in der Nähe (The Bunk) saßen, um am Blog zu arbeiten, fragten wir den Chef doch gleich und dieser stellte sich für mich als eine unendliche Quelle an guten Tipps heraus!!! Auch an der Wahl der Aktivitäten und Essenlocations der nächsten Tage war er nicht unbeteiligt. Jedenfalls gingen wir auf seine Empfehlung hin zum Seafoodmarket und für mich gabs zur Feier des Tages frischen Hummer, während Jakob dann doch bei Altbewährtem (!) sprich gegrilltem Snapper blieb!
Erfrischt und Refreshed
Der Tag ging für uns um halb sieben los – und ich hab mir gedacht Urlaub besteht aus lange schlafen – und bestand dann bis 11h00 im Wesentlichen aus Warten – auf den Bus der uns abholte, auf andere Touristen die mitfahren, auf den Tauchlehrer, auf das Boot. Auf Manukan angekommen rein in die Neoprenanzüge und ab in den Pool – Sichtweite 50cm! Nachdem wir die Kenntnisse aufgefrischt hatten ging es dann ab ins Meer wo die Sicht leider nur unwesentlich besser war. Trotzdem hat Jessy unser Tauchlehrer einige nette Fotos geschossen und wir fühlten uns wieder sicher im Umgang mit dem Equipment.
Der inkludierte und herbeigesehnte Lunch roch besser als er schmeckte und aufgrund des durchwachsenen Wetters traten wir danach die Rückfahrt aufs Festland an. Dort gings dann gleich in den nächsten Tauchshop rein um den Advanced Open Water Kurs zu machen. (Ich muss ja zugeben, dass ich mich vor dem ersten Tauchgang schon ein bisschen gefürchtet habe und es einige Überredungskunst von Jakob gebraucht hat… aber ab da hat es wieder richtig Spaß gemacht! Manchmal sollte man doch einfach auf ihn hören!!!)
Buoyancy Control, Fischidentifizierung und Unterwassernavigation
Am nächsten Tag ging es wieder früh los: Formulare ausfüllen, Vorstellungsrunde und Bootseinführung… und dann waren wir auch schon beim allseits beliebten Nasenspühlen mit Salzwasser (es gibt angenehmeres, aber hilft für den Druckausgleich) bevor wir abtauchten! Die Tauchgänge waren unglaublich schön und trotz der vielen neuen Dinge die wir zu lernen hatten, konnten wir die unterschiedlichsten Fische und andere Meerestiere bewundern. Leicht überfordert alle Dinge gleichzeitig zu meistern, haben wir allerdings aufs Fotografieren vorerst verzichtet. (Ihr könnt ja sonst im Internet googeln … Sorry!) Gesehen haben wir: Meeresschildkröte, Langhorn-Kuhfisch, Pufferfish, Lionfisch, viele Bluespotted Stingrays, Moränen, Electric Clams, Papageienfische, Schmetterlingsfische, Barracudas, unterschiedliche Korallen und noch viel mehr! Aber mein spezieller Freund wurde ein Remora (das sind die Fische, die sich eigentlich an Haie und so anhängen), der uns erst lange umkreiste, dann an meinem Bein festsaugte und schließlich zu Jakob rüberwechselte, um auch ihn zu reinigen. 😀
Am Abend des ersten Tages vertieften wir uns in die Theorie des Tauchens und fiehlen anschließend erschöpft ins Bett. Am nächsten Tag ging es ähnlich früh weiter mit dem tiefsten Tauchgang 25m runter und nach weiteren zwei Tauchgängen verließen wir am späten Nachmittag mit stolz erhobenen Hauptes das Boot als zertifizierte Advanced Open Water Divers – Yei!!! (Okay, Jakob ist jetzt Doppel-Advanced mit SSI und PADI, aber so waren die Tauchgänge insgesamt billiger…)
Nach einer ausgiebigen Dusche, um das ganze Salz, Sand und Angstschweiß (natürlich nur bei mir J) loszuwerden beschlossen wir dem traditionellen Streetfood den Rücken zu kehren – manchmal ist es einfach angenehmer zu wissen welche Fleisch und Knochenstücke in Soße man gerade verzehrt – und gingen zum Mexikaner! Superleckere Tortillas, Enchiladas und Quesadillas wurden mit Genuss verspeist. 😀
Flöhe und anderes Getier…
Früher oder eigentlich eh eher später hatte es ja passieren müssen – ich wachte in der Früh auf und war von oben bis unten zerstochen bzw. gebissen. Im Hostel haben sie gleich mal unser gesamtes Zimmer geputzt und Bettwäsche gewechselt – Bettwanzen waren es also nicht gewesen. Ich tipp mal auf Flöhe, aber wo sie sich eingenistet hatten kamen wir erst viel später drauf… Es war ohnehin ein Waschtag vor der Weiterreise notwendig, also machten wir uns auf die Suche nach einem Waschsaloon, der sich ziemlich gut vor uns versteckt hatte… Aber wir sind gut und haben Tante Lucyˋs Washsaloon schließlich gefunden! Wäsche rein und ab zum Kaffeetrinken, Wäsche raus und wieder rein in den Trockner – alles wieder sauber, was für ein Luxus!!
