Kategorien
Uncategorized

Überraschung… – Von Paraden und Einladungen

Plan für den nächsten Tag: Auf zum Natinalpark Gunung Gading in Lundu! Wie? – Natürlich mit dem Bus! Wann? – Wenn wir ausgeschlafen sind und gemütlich gefrühstückt haben…. Tja, blöd nur, dass zu der Zeit dann grad kein Bus fuhr… Aber wir sind ja flexibel – also derweil rüber zum Einkaufszentrum und SIM-Karte checken – klappt auch gut. Allerdings haben unsere jeweiligen Handybetreiber über die Betriebssoftware die Verwendung von Dualsim gesperrt. Nachdem meines trotz wiederholter Versuche es für Malaysien freizuschalten (Danke Andi!!!) immer noch nicht geht, also meine Karte raus, malaysische rein – läuft!! Ist ja schon mal super, ABER für die Appwiederherstellung benötigt es die SMS-Bestätigung der bisherigen Nummer – geht also nicht, krieg ja keine SMS mehr (was die Banküberweisungen etwas erschwert – Danke Robert!!!). Dauert insgesamt alles länger als gedacht – wir lassen den Bus Bus sein und kümmern uns bei einem Stabuckskaffee um die Erreichbarkeit und machen nette Bekanntschaft mit Eliza und Sandra (Tante und Nichte), die aus Kuching kommen. Es folgt eine Stunde nette Plauderei und wir sind schon wieder überrascht von der Freundlichkeit und Offenheit der Menschen – es wird allerdings für diesen Tag nicht das letzte Mal sein…

Da uns beim Frühstück schon gesagt wurde, dass an diesem Tag der Erntedankumzug stattfinden sollte, sind wir als nächstes zu Waterfront wo die Vorbereitungen schon in vollem Gange waren. Die Sprecherin übersetzt die ganze Rede in Englisch, sodass wir erfahren, dass es 27 unterschiedliche Stämme in Sarawak gibt, die alle in ihrer traditionellen Kleidung zum Umzug gekommen sind inklusive des Chiefminister. Die Atmosphäre ist unglaublich entspannt und freundlich, trotz viel Militär und Polizei, weil der Chiefminister beim Umzug selbst mitgeht. Als ich einen Herren (Yussuf) neben mir frage, aus welcher Richtung die Parade kommen wir, werden wir gleich auf die Ehrentribüne der höheren Regierungsbediensteten mitgenommen, bekommen ein Fresspaket mit Leckereien der Region und werden vorgestellt, fotografiert und verpflegt.

Parade18

Und dann beginnt die Parade… und wir bekommen den Mund nicht mehr zu!! Unterschiedlichste Gruppen, hauptsächlich bekleidet mit Federn, Hornbillschnäbel und Fell. Jakob sichert sich einen guten Platz zum fotografieren, während ich von Yussuf – der offensichtlich mindestens die Hälfte der anwesenden Menschen kennt von einem Foto mit befederten Männern zum anderen gezerrt werde.

Parade17

Wir staunen nicht schlecht und sind froh, dass unser geplanter Ausflug heute nicht geklappt hat, sonst wären wir sicherlich zu spät retour gekommen. Yussuf scheint uns richtig zu mögen und gibt uns viele Tipps zu Ausflügen, auch andere Militärkommandanten fragen neugierig nach wo wir herkommen und erzählen, wo sie schon überall waren. Als die Parade schließlich vorbei ist, verkündet uns Yussuf, dass er mit seiner Schwester ausgemacht hat, dass er uns zum Essen mitbringt – es ist noch immer Hadi Raya – also der Monat nach Ramadan, wo es sich die Menschen richtig gut gehen lassen. Wir sind schon etwas erschöpft von den vielen Eindrücken und wissen auch nicht ganz, ob das so jetzt in Ordnung geht, aber Yussuf zieht uns einfach mit.

Ich für meinen Teil hatte mir erwartet, dass wir nun in einen etwas ämeren Außenbezirk fahren – weit gefehlt!!! Mit Yussufs Pickup bleiben wir vor einen kunstvollen Tor stehen, das automatisch aufgeht und er hält neben fünf weiteren recht teuer aussehenden Autos und einem riesigen Haus im Kolonialstil. Dort angekommen werden wir sogleich der gesamten Familie vorgestellt inklusive Verwandtschaftsbesuch und Bediensteten (Kindermädchen, Chauffeur, Köchin, Wachmänner). Das Haus selbst sei das Erbe des Großvaters und wird derzeit von Yussufs Schwester Hawa und ihrem Mann Hasim, sowie deren drei Kindern bewohnt. Wir werden unglaublich freundlich willkommen geheißen – ich hoffte die ganze Zeit nur ja keinen Affront zu begehen – und festlich bewirtet. Es wird ein netter Abend mit quatschen und lachen, bis wir schließlich von Yussuf zurück ins Hostel gefahren werden (in einem 1985er Volvo) – nicht ohne eine weitere Essenseinladung zu erhalten!

Hinterlasse einen Kommentar